Wie wir visuelle Zeichen und Informationen lesen und wie wir als Ergebnis unserer Lektüre Bedeutung konstruieren, sind zentrale Fragen in meiner Arbeit. In meinen Jacquard-Teppichen untersuche ich die doppelte Praxis der Herstellung und Interpretation von Zeichen, der Kodierung und Dekodierung.
Ich stütze mich auf eine Vielzahl von Quellen - geschriebene Worte, von Hand ausgeführte Zeichen, Schilder, Diagramme, Tabellen und städtische Umgangssprache - und interessiere mich für unsere Versuche, der Welt durch visuelle Strukturen einen Sinn zu geben. Wir sind umgeben von visuellen Manifestationen von Daten, Informationen und
sprache, die alle das Potenzial für Bedeutung und Fehlinterpretation enthalten.
Jeder Tag stellt uns vor die Herausforderung, die Zeichen zu entschlüsseln, denen wir begegnen.
In meinen Wandteppichen übersetze ich eine Vielzahl von Zeichen in Webstrukturen. Wenn ich an einem Stück arbeite, existiert es gleichzeitig in mehreren Erscheinungsformen - als Bild, als Wiedergabe auf Punktpapier, als Simulation und schließlich als gewebter Stoff. Jede Version gibt eine andere Transkription der von mir untersuchten Ideen wieder, erzählt eine etwas andere Geschichte und fügt eine weitere Bedeutungsebene hinzu. Die Simulationen sind in sich geschlossene Teile, die gleichzeitig alle Informationen enthalten, die für die Verflechtung mit dem Werk erforderlich sind.
Die Jacquardweberei ist einfach und komplex zugleich. Die Sprache, in der die Webstrukturen festgelegt werden, ist einfach und binär: Die Kette ist entweder oben oder unten. Beim Jacquard-Webstuhl hingegen bewegt sich jeder Kettfaden unabhängig, was die Herstellung komplexer und komplizierter Wandteppiche und ein nahezu unendliches Potenzial für die Gestaltung von Zeichen ermöglicht. Ich interessiere mich für unsere Versuche, der Welt durch visuelle Strukturen einen Sinn zu geben. Wir sind umgeben von visuellen Manifestationen von Daten, Informationen und Sprache - geschriebene Worte, handschriftliche Zeichen, Schilder, Diagramme, Tabellen, wissenschaftliche Darstellungen, geologische Muster -, die alle das Potenzial für Bedeutung, aber auch für Fehlinterpretationen haben. Jeder Tag stellt uns vor die Herausforderung, die Zeichen zu entschlüsseln, denen wir begegnen.
Mir geht es nicht so sehr darum, eine einzige Interpretation zu präsentieren, sondern ich sehe die Schichtung der visuellen Informationen als eine Einladung zu potenziellen Lesarten und möglichen Bedeutungen.