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Pablo Picasso
Pablo Picasso THÉÂTRE OU TÉLÉVISION: CAPE ET ÉPÉE 1968 Aquatinta - Serie 347

1968

13.126,85 €

Angaben zum Objekt

Die Radierung und Aquatinta Théâtre ou télévision: cape et épée von Pablo Picasso aus dem Jahr 1968 gehört zur Spätphase des Künstlers, einer Zeit, in der er sich intensiv mit den Themen Aufführung, Zuschauerschaft und der conditio humana auseinandersetzt. Die in kühnen Schwarz-Weiß-Kontrasten ausgeführte Komposition strotzt vor Vitalität, Zweideutigkeit und Theatralik, Eigenschaften, die sie sowohl mit den großen Traditionen der spanischen Kunst als auch mit Picassos persönlicher Faszination für das Spektakel verbinden. Der Titel bedeutet übersetzt Theater oder Fernsehen: Cape and Sword" (Umhang und Schwert) verortet das Werk in einem modernen Dialog zwischen alten Formen der Live-Performance und der aufkommenden Dominanz der Massenmedien. In den späten 1960er Jahren hatte das Fernsehen begonnen, das Theater als populäres Medium zu verdrängen, und Picasso scheint zu hinterfragen, was bei diesem Übergang verloren geht oder sich verändert. Sein bühnenartiges Setting mit Schauspielern, übertriebenen Gesten und einem Sinn für dramatische Konfrontation suggeriert sowohl die Zeitlosigkeit des Theaters als auch seine unbehagliche Koexistenz mit zeitgenössischer Unterhaltung. Das Bild selbst erinnert an die Traditionen der comedia de capa y espada - der spanischen "Mantel- und Degen"-Stücke des Goldenen Zeitalters, die Romantik, Ehre und Intrigen miteinander verbanden. Im Zentrum steht eine üppige weibliche Figur, die mit ausdrucksstarken, fast frenetischen Linien dargestellt ist und in einem spannungsgeladenen Kampf oder Schauspiel mit den sie umgebenden männlichen Figuren gefangen zu sein scheint. Ihre Körper, die in die Platte gekratzt und gemeißelt sind, wirken gleichzeitig monumental und geisterhaft, ein Effekt, der durch die schraffierten Texturen und die starke Beleuchtung der Radierung noch verstärkt wird. Die Szene schwankt zwischen Farce und Bedrohung und erinnert an Karneval und Tragödie. Picassos technische Beherrschung von Radierung und Aquatinta kommt hier voll zur Geltung. Anstatt nach Raffinesse oder Politur zu streben, setzt er eine rohe, energische Hand ein, die mit Dringlichkeit in die Platte kratzt. Die daraus resultierende Oberfläche vibriert mit unruhiger Energie und unterstreicht die Theatralik des Themas. Lichter tauchen aus tiefschwarzen Feldern auf und erzeugen ein Helldunkel, das sowohl an barocke Bühnenbeleuchtung als auch an Kinospots erinnert. Die Texturen des Drucks evozieren Bewegung, Dramatik und Instabilität und ziehen den Betrachter in eine turbulente Vorstellung hinein. Thematisch spiegelt Théâtre ou télévision: cape et épée Picassos lebenslange Auseinandersetzung mit Spektakel, Ritual und Maske wider. Wie der Stierkampf - eine andere Form des spanischen Theaters, die ihn faszinierte - dramatisiert das Stück "Umhang und Schwert" Macht, Begehren und Sterblichkeit. Gleichzeitig verortet der Verweis auf das Fernsehen das Werk im späten 20. Jahrhundert und verweist auf Picassos Bewusstsein für sich verändernde kulturelle Formen. Die Unklarheit darüber, ob wir Zeuge einer Live-Bühne oder eines medialen Bildes sind, vertieft den Kommentar des Werks zu Performance und Zuschauerschaft. Das Blatt entstand in Picassos letztem Lebensjahrzehnt und gehört zu seinem tiefgründigen grafischen Spätwerk, in dem er die Themen Erotik, Künstlichkeit und Sterblichkeit mit neuem Elan aufgriff. Die Vitalität der Linienführung und die unzimperliche Energie der Figuren lassen auf einen Künstler schließen, der sich auch im hohen Alter nicht scheut, sich den theatralischen Absurditäten des Lebens zu stellen. Die Mischung aus Komik, Erotik und Bedrohung spiegelt den paradoxen Ton eines Großteils von Picassos Spätwerk wider: feierlich und doch heimgesucht, verspielt und doch tiefgründig. In Théâtre ou télévision: cape et épée lässt Picasso Jahrhunderte der Aufführungsgeschichte in einem einzigen, explosiven Bild zusammenfallen. Indem er die Intimität des Live-Theaters gegen die Distanz des Fernsehens stellt und archetypische Charaktere in einem rohen und unruhigen visuellen Feld inszeniert, dramatisiert er den ewigen menschlichen Appetit auf Spektakel - und die sich im Laufe der Zeit verändernden Formen, die es annimmt. Der Druck ist somit nicht nur ein spätes Meisterwerk der Radierung und Aquatinta, sondern auch eine Meditation über das dauerhafte Zusammenspiel von Kunst, Performance und dem Leben selbst. PABLO PICASSO: THÉÂTRE OU TÉLÉVISION: CAPE ET ÉPÉE , 1968 Tafel 87 aus der Serie 347 Aquatinta und Radierung auf Rives Vellum Papier Bild: 11,61 x 13,58 Zoll (29,5 x 34,5 cm) Blatt: 17,91 x 20,47 Zoll (45,5 x 52 cm) Rahmen: 20,5 x 23,5 Zoll (52,07 x 59,69 cm) Signiert in der rechten unteren Ecke # 6/50
  • Schöpfer*in:
    Pablo Picasso (1881-1973, Spanisch)
  • Entstehungsjahr:
    1968
  • Maße:
    Höhe: 45,47 cm (17,9 in)Breite: 52 cm (20,47 in)
  • Medium:
  • Bewegung und Stil:
  • Zeitalter:
  • Zustand:
    In gutem, altersgemäßem Zustand. Reste von alten Scharnieren verso.
  • Galeriestandort:
    Rancho Santa Fe, CA
  • Referenznummer:
    1stDibs: LU516317011602

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Kategorie

1970er, Moderne, Figurative Drucke

Materialien

Aquatinta, Radierung