„Die Wahrsagerin“ aus der Serie „Japanisches Leben und Bräuche“ – Shin-Hanga-Holzschnitt
Wunderschöner Holzschnitt aus der zweiten Auflage des bekannten japanischen Künstlers Sanzo Wada (geb. 1883, gest. 1967). Ein Mann in westlicher Kleidung und eine Frau im Kimono nähern sich dem Wahrsager, einem älteren Herrn, der an einem Tisch sitzt, auf dem Schilder mit Werbung für verschiedene Dienstleistungen und Produkte stehen. Die Szene ist in tiefen Grautönen gehalten, was auf die nächtliche Umgebung hindeutet. Die Laterne auf dem Tisch der Wahrsagerin taucht die Szene in ein warmes, gelbes Licht. Im Hintergrund schläft ein Hund zusammengerollt an einer Wand.
Sanzo Wada schuf diese Szene ursprünglich für die Serie „Showa Shokugyo E-zukushi“ („Skizzen von Berufen in der Showa-Ära“). Die ersten beiden Reihen wurden von 1938 bis 1943 vom Verlag Nishinomiya Shoin gedruckt, doch der Druck wurde schließlich während des Zweiten Weltkriegs eingestellt. Die Serie wurde wiederbelebt, in „Japanese Life and Customs“ umbenannt und 1952 vom Kyoto Hanga-in unter Verwendung der ursprünglichen Vorkriegs-Druckstöcke gedruckt. Dieser Druck stammt aus der Druckserie von 1952.
Rahmengröße: 14" H x 18,75" B
Bildgröße: 10" H x 14" W
Papierformat: 13" H x 18" W
Sanzo Wada wurde am 3. März 1883 in der Präfektur Hyogo in Japan geboren. Wado war der Sohn eines staatlich bestellten Arztes und entschied sich entgegen den Wünschen seiner Familie für ein Kunststudium. Im Alter von 16 Jahren brach er die Schule ab, um bei dem Maler Kuroda Seiki eine Ausbildung in westlicher Malerei zu absolvieren. Anschließend besuchte Wada die „White Horse Society School“ von Seiki und anschließend die Kunsthochschule Tokio. Wada schloss 1904 sein Studium ab und begann, Ölgemälde im klassischen Stil zu malen, die das Leben in Japan zum Thema hatten. Von 1908 bis 1914 reiste er durch Europa und studierte dort die Werke verschiedener Künstler, zunächst mit staatlicher Förderung. Während seines Aufenthalts in Frankreich lernte er den Künstler Yamamoto Kanae kennen, der ihn in die Technik des Holzschnittdrucks einführte.
Nach seiner Rückkehr nach Japan feierte Wada Erfolge, ließ sich in Tokio nieder, stellte dort regelmäßig aus und nahm an staatlich geförderten Ausstellungen im Rahmen von „Bunten“ und „Teiten“ teil. Er begann 1927 an der Kunsthochschule Tokio zu unterrichten; im selben Jahr wurde er an die Kaiserliche Kunstakademie berufen. In dieser Zeit entwickelte er außerdem das „Sanzo-Wada-Wörterbuch der Farbkombinationen“. Dieser Leitfaden zur Farbtheorie wurde von der Japan Standard Color Association bestätigt und wird auch heute noch vom Japan Color Research Institute verwendet.
In den 1920er Jahren geriet die Malerei im westlichen Stil in Japan zunehmend aus der Mode, da die Regierung eine immer nationalistischere Politik verfolgte und eine Kunst förderte, die dies widerspiegeln sollte. Sanzo Wada begann, Kunst im japanischen Stil zu schaffen, darunter Holzschnitte, Gemälde und Illustrationen. Zu den herausragendsten davon zählt seine Darstellung der Berufe in der Showa-Ära. Diese Druckreihen festigten Wadas Ruf als Holzschnittkünstler, der für seine Fähigkeit bekannt war, Drucke zu schaffen, die wie Tusche- oder Aquarellbilder wirkten.
In den 1950er Jahren begann Wada, Kostüme für Theater und Filme zu entwerfen. Er entwarf 1955 die Kostüme für „Gates of Hell“, wofür er einen Oscar der American Motion Picture Academy erhielt. Im Jahr 1958 wurde ihm von der japanischen Regierung der Kulturverdienstorden verliehen. Er starb am 22. August 1967. Seine Werke befinden sich heute in den Sammlungen internationaler Museen wie dem Fukuoka Art Museum in Fukuoka, Japan; das Hyogo Prefectural Museum of Art, Japan; das Mizuta Museum of Art, Japan; das British Museum, London, Großbritannien; das National Museum of Modern Art, Tokio, Japan; sowie das USC Pacific Asia Museum der University of Southern California, Los Angeles, USA.