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John Taylor Arms
Rialtobrücke, John Taylor Arms, Radierung, 1930, amerikanischer Künstler

1930

2.195,63 €

Angaben zum Objekt

John Taylor Arms (1887–1953) Schatten von Venedig (il Ponte Di Rialto, Venedig) Radierung, 1930 Unten rechts mit Bleistift signiert und datiert (siehe Foto) Auf der Plakette eingraviert: J. T. Arms Venezia 1929 Brillanter Druck auf altem Büttenpapier, ohne Wasserzeichen Quelle: Fletcher 229; Arms 231 Italienische Serie Nr. 16 Abgebildet auf S. 208 in Dorothy Noyes Arms: „Hill Towns and Cities of Northern Italy“ Aus einem nicht näher bezeichneten Druck von 1930–1938, etwa 140 Abzüge Zustand: Ausgezeichneter Zustand Archivrahmen mit Museumsglas Leichte Mängel am alten Büttenpapier Fertiger, silbervergoldeter Eckrahmen Bild-/Tafelgröße: 10 1/4 x 12 1/8 Zoll Herkunft: Kennedy Galleries, NYC, Inventarnummer auf der Rückseite Frederick Baker, Inc., Chicago Die Rialto-Brücke Das Motiv ist die Rialtobrücke, die große Steinbrücke, die den Canal Grande im Handelszentrum von Venedig überspannt. Die von Antonio da Ponte entworfene und Ende des 16. Jahrhunderts fertiggestellte Brücke ersetzte frühere Holzkonstruktionen und wurde zu einem der prägenden architektonischen Symbole der Stadt. Sein breiter Mittelbogen stützt zwei Reihen von Geschäften, die durch abgestufte Fußgängerpassagen voneinander getrennt sind. In vielen Darstellungen Venedigs dominiert die Brücke als prächtiges öffentliches Denkmal die Komposition. Arms vermeidet solche theatralische Isolation bewusst. Der Betrachter steht in einem riesigen, schattigen Bogen oder unmittelbar dahinter. Diese dunkle Struktur im Vordergrund nimmt einen Großteil des oberen und linken Bereichs der Komposition ein und wirkt fast wie ein Proszenium. Dahinter taucht die Rialtobrücke im strahlenden venezianischen Sonnenlicht auf. Ein abgenutzter Steinpflasterweg führt hinunter zum Kanal, während Gondeln und kleine Boote schlanke horizontale und diagonale Akzente auf dem Wasser setzen. Am gegenüberliegenden Ufer reihen sich die Gebäude dicht aneinander; ihre unregelmäßigen Fenster, Fensterläden, das Mauerwerk und die Ziegeldächer vermitteln die organische Dichte der Altstadt. Arms’ Blickwinkel verwandelt ein auf den ersten Blick erkennbares Denkmal in etwas, das man erst im nächsten Augenblick entdeckt. Die Brücke wird nicht einfach nur gezeigt; man gelangt durch einen verdeckten Gang zu ihr. Der Betrachter scheint sich von der kühlen Dunkelheit der engen Fußgängergänge Venedigs hin zum weitläufigen Licht des Canal Grande zu bewegen. Die Komposition fängt somit ein grundlegendes venezianisches Erlebnis ein: das plötzliche Öffnen einer engen Gasse oder eines gewölbten Durchgangs hin zum Wasser, zum Himmel und zur lichtdurchfluteten Architektur. Licht, Schatten und architektonische Struktur Der Titel „Schatten von Venedig“ verdeutlicht das eigentliche Motiv des Drucks. Arms interessierte sich weniger für die rein topografische Beschreibung als vielmehr dafür, wie das Licht das Alter und die Struktur des Steins offenbart. Der Bogen im Vordergrund ist in sattem Schwarz und vielschichtigen Farbverläufen dargestellt, während die Brücke in der Ferne fast schon strahlend wirkt. Die Aquatinta sorgt für weitläufige Bereiche von samtiger Dunkelheit, doch diese Tonfelder werden durch außergewöhnlich feine Radierlinien belebt. Schraffuren, eng beieinanderliegende parallele Striche und feine Texturunterschiede unterscheiden glattes Wasser von rauem Mauerwerk, abgenutzten Pflastersteinen, Stuckwänden, Holzfensterläden und sonnenbeschienenem Stein. Dieser Kontrast ist nicht nur dramatisch, sondern strukturiert auch die Wahrnehmung des Zuschauers. Der Blick wandert vom fast undurchdringlichen Schatten im Vordergrund in die mittlere Entfernung, wo die blasse Brücke zum Blickpunkt wird. Unbearbeitete oder nur leicht bearbeitete Papierflächen erwecken den Eindruck von schillerndem reflektiertem Licht. Das Wasser wirkt wie ein unruhiger Spiegel, der die architektonischen Formen in wellenförmige horizontale Muster zerlegt. Im Gegensatz zu dieser Fluidität bewahrt die Brücke ihr Gewicht und ihre geometrische Kohärenz. Die Komposition zeigt zudem, wie Arms’ architektonischer Hintergrund seine Kunst geprägt hat. Die Perspektive ist sorgfältig berechnet, wirkt dabei aber keineswegs mechanisch. Die großzügige Wölbung des Rahmenbogens findet ihre Entsprechung im Bogen der Rialtobrücke und schafft so einen Dialog zwischen nahen und fernen Bauwerken. Die sich nach hinten verlaufenden Straßenmarkierungen lenken den Blick nach innen, während der vertikale Turm und die dicht gedrängten Fassaden auf der rechten Seite die Szene stabilisieren. Jedes architektonische Element ist klar erkennbar, und doch wirkt das Gesamtbild stimmungsvoll und poetisch. Arms druckte seine venezianischen Motive manchmal auf antikem Büttenpapier oder auf Papier mit blaugrünen oder grauen Farbtönen. Solche Papiere sind keine neutralen Trägermaterialien: Ihre Farbe ist Teil des Bildes und suggeriert kühle Schatten, reflektiertes Wasser oder das unverwechselbare silberne Licht Venedigs. Das Cleveland Museum of Art beschreibt diesen Abzug als auf grünem Papier gedruckt und auf blaues antikes Büttenpapier aufgezogen – eine besonders stimmungsvolle Kombination, die den Übergang zwischen dem dunklen Torbogen und der sonnenbeschienenen Brücke noch stärker zur Geltung bringt. Andere Drucke erscheinen auf cremefarbenen oder neutralen Blättern und erzeugen daher subtil unterschiedliche Effekte. Venedig, Tradition und moderne Druckgrafik Arms war zu einer Zeit tätig, als sich viele amerikanische Künstler dem urbanen Realismus, der Abstraktion und der europäischen Moderne zuwandten. Seine detailgetreuen architektonischen Radierungen mögen im Vergleich dazu auf den ersten Blick konservativ wirken. Dennoch zeichnet sich „Shadows of Venice“ durch eine äußerst raffinierte Gestaltung flächiger Klangmassen aus. Der schwarze Bogen, die blasse Brücke, das gemusterte Pflaster, die hoch aufragenden Gebäude und das dunkle Wasser bilden eine fast abstrakte Anordnung ineinandergreifender Formen. Architektonische Genauigkeit und formale Vereinfachung gehen Hand in Hand. Der Druck reiht sich zudem in eine lange Tradition venezianischer Bildkunst ein, die von Canaletto und Guardi bis hin zu James McNeill Whistler und den Radierern des späten 19. Jahrhunderts reicht. „Arms“ unterscheidet sich von Canalettos weitläufiger, feierlicher Darstellung Venedigs. Seine Stadt ist intim, teilweise verborgen und lässt sich erst aus dem Inneren ihres schattigen Geflechts heraus entdecken. Obwohl seine feine Linienführung an Whistler erinnert, legt Arms größeren Wert auf architektonische Präzision und die Darstellung der Oberflächen. Er lässt das Denkmal nicht in der Atmosphäre aufgehen; er lässt vielmehr die Atmosphäre das Denkmal offenbaren. Menschenfiguren fehlen entweder ganz oder sind der bebauten Umgebung untergeordnet. Dennoch ist die Präsenz des Menschen überall spürbar – in den polierten Stufen, den verwitterten Steinen, den noch in Betrieb befindlichen Gondeln, den mit Fensterläden verschlossenen Fenstern und den Geschäften auf der anderen Seite der Brücke. Arms sah in der alten Architektur ein lebendiges Zeugnis vergangener Generationen. Seine Ehrfurcht vor der Vergangenheit war weder archäologischer Natur noch rein nostalgisch. Für ihn besaßen Gebäude einen tief verwurzelten geistigen und emotionalen Charakter, der sich durch disziplinierte Beobachtung offenbaren ließ. Museumsbestände und Bedeutung Mehrere bedeutende amerikanische Museen besitzen Exemplare von „Shadows of Venice“, was die Bedeutung dieses Werks innerhalb von Arms’ grafischem Schaffen unterstreicht. Dazu gehören: Metropolitan Museum of Art, New York – Schenkung des Künstlers, 1942 Cleveland Museum of Art – Fletcher 229; Italienische Serie Nr. 16 Kunstinstitut von Chicago Museum of Fine Arts, Houston – zweiter von zwei Bundesstaaten Museen der schönen Künste von San Francisco Chrysler Museum für Kunst Seine Bedeutung liegt nicht nur in seiner technischen Virtuosität, sondern auch in seiner emotionalen Zurückhaltung. Nichts auf dem Druck ist übertrieben, doch der Kontrast zwischen dem dunklen Bogen, der strahlenden Brücke und dem spiegelnden Kanal verleiht der Szene eine ungewöhnliche Intensität. Durch präzise Zeichenkunst, sorgfältig dosierte Aquatinta und eine meisterhafte Wahl des Blickwinkels verwandelte Arms die Rialtobrücke von einem berühmten Touristenmonument in ein Symbol für Venedig selbst – eine Stadt, in der Stein und Wasser, Beständigkeit und Unbeständigkeit, Sonnenlicht und Schatten untrennbar miteinander verbunden sind. Das Metropolitan Museum bezeichnet die Technik ausdrücklich als Radierung mit Aquatinta und gibt Henry E. Carling als Drucker an. Der Abzug aus dem Cleveland Museum wurde im Rahmen einer Diskussion über Arms’ akribische Technik und die „strahlende Schönheit“ seiner Architekturdrucke vorgestellt. John Taylor Arms (1887–1953) John Taylor Arms, einer der bekanntesten Grafikkünstler des frühen 20. Jahrhunderts, war für seine Radierungen mittelalterlicher Architektur bekannt, in denen er präzisen Realismus mit einem Gefühl von erhabener Spiritualität verband. Er war der Ansicht, dass die gotische Architektur die größte Errungenschaft der Menschheit sei, da sie spirituelle und ästhetische Werte vereine, und war vor allem für seine Darstellungen von Wasserspeiern und europäischen Kirchen bekannt. Er war bemerkenswert produktiv, wenn man bedenkt, dass er langsam und bedächtig arbeitete und viel Zeit mit Reisen, Schreiben und Vorträgen verbrachte. Er wurde in Washington, D.C. geboren und studierte Rechtswissenschaften an der Princeton University; anschließend wechselte er an das Massachusetts Institute of Technology, um Architektur zu studieren, und schloss sein Studium 1912 mit einem Master ab. Nach seinem Abschluss arbeitete er fünf Jahre lang für das Architekturbüro Carrere and Hastings und wurde anschließend Partner in einem anderen Büro namens Clark and Adams. Im Jahr 1913 schuf er seine erste Radierung und begann ab 1927, seine Architekturradierungen im National Arts Club und im Salmagundi Club in New York auszustellen. Er arbeitete auch mit Aquatinta und kombinierte häufig beide Techniken. Neben mittelalterlicher Architektur radierte er Ansichten von Maine und eine Reihe amerikanischer Städte. Er war Mitglied bedeutender Kunstorganisationen, darunter des National Institute of Arts and Letters, und verfasste mehrere Bücher über Druckgrafik und Druckkunst, darunter „Handbook on Printmaking and Printmakers“. Mit freundlicher Genehmigung: AskArt Quelle: Matthew Baigell, „Dictionary of American Art“ John Taylor Arms (1887–1953), der führende amerikanische Radierer der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, absolvierte eine Ausbildung zum Architekten am Massachusetts Institute of Technology. Er experimentierte mit der Radierung und wurde nach seinem Dienst in der US-Marine während des Ersten Weltkriegs hauptberuflicher Grafiker. Er schuf Radierungen der meisten großen europäischen gotischen Kathedralen. Sein kraftvoller, linearer Stil und sein ausdrucksstarker Umgang mit Licht und Schatten zeugen von seiner architektonischen Ausbildung und seinen Interessen. Arms engagierte sich aktiv in zahlreichen Druckgrafikvereinen und setzte sich sowohl für das Medium als auch für die Werke jüngerer Künstler ein. Er stellte sowohl in Gruppenausstellungen als auch eigenständig aus und genoss sowohl als Künstler als auch als Mentor großes Ansehen. Mit freundlicher Genehmigung: "History Wired", Smithsonian Institution
  • Schöpfer*in:
    John Taylor Arms (1887 - 1953, Amerikanisch)
  • Entstehungsjahr:
    1930
  • Maße:
    Höhe: 26,04 cm (10,25 in)Breite: 30,82 cm (12,13 in)
  • Medium:
  • Bewegung und Stil:
  • Zeitalter:
  • Zustand:
    Ein außergewöhnlicher Druck in ausgezeichnetem Zustand, ansprechend gerahmt.
  • Galeriestandort:
    Fairlawn, OH
  • Referenznummer:
    Anbieter*in: FA126011stDibs: LU14018485712

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