Joseph Scheer
Joseph Scheer ist Professor für Printmedien und Mitbegründer des Instituts für elektronische Kunst an der Alfred University. Er erwarb seinen B.F.A. an der Alfred University und seinen M.F.A. und M.A. an der University of New Mexico. "Seine großformatigen Arbeiten hinterfragen Vorstellungen über die intrinsische Beziehung zwischen der äußeren Naturlandschaft und der inneren psychischen Landschaft" [1] Scheer schreibt über seine Arbeit: "Meine künstlerische Arbeit des letzten Jahrzehnts ist ein kontinuierlicher Dialog mit den Naturwissenschaften. Ich hoffe, dass die Arbeit die dem menschlichen Bedürfnis nach Natur innewohnende Grundlage erforscht. Dieses Bedürfnis wurde von E.O. als Biophilie bezeichnet. Wilson. Wilson definiert Biophilie als die angeborene emotionale Verbundenheit des Menschen mit anderen Lebewesen. Ich glaube, dass wir in einer Zeit leben, in der es äußerst wichtig ist, unseren Respekt für die vielen Lebewesen auf unserem Planeten zu fördern und das sensible Verhältnis zu ihnen neu zu definieren. Ich habe mich für Motten entschieden, um sie zu studieren und Werke über sie zu schaffen, weil sie so vielfältig sind (in den Vereinigten Staaten gibt es ca. 14.000 Arten) und in der Geschichte eine reiche Mythologie haben. Außerdem sind sie eine Insektenfamilie, über die die meisten Menschen nur sehr wenig wissen, sowohl visuell als auch ökologisch. Ein Ziel meiner Arbeit ist es, diese Informationen einem breiten Publikum zugänglich zu machen, das normalerweise nicht mit der Schönheit und Vielfalt der Motten in Berührung kommt.
Ich habe mit den Insektenstücken als Collagen begonnen, aber bald habe ich sie von dieser Art von formaler Komplexität befreit und die Insekten allein auf einem Blatt angeordnet gelassen. Die digitale Scantechnologie ermöglicht die Untersuchung der Insekten mit einer sehr hohen Auflösung. Dadurch entsteht ein Effekt des hyperrealen Sehens, bei dem es möglich wird, Strukturen des Insekts zu sehen, die das bloße Auge nicht wahrnehmen kann. Das Ergebnis dieses Prozesses sind Bilder, die ihre eigenen techno-visuellen Qualitäten haben, die sich von der Fotografie unterscheiden. Es gibt eine unglaubliche Realität, die wir jetzt sehen können, die uns die Schönheit, aber auch die Monstrosität der Motten mit all ihren absurden Haaren und Schuppen zeigt. Ihre Schönheit wird zu einer ganz anderen Art von Schönheit - einer Art abstoßender, beunruhigender Schönheit. Bei diesen Bildern kann es sich um Insekten von einem halben Zentimeter Länge handeln, die vergrößert und gedruckt 3' mal 4' groß werden" [2] "Das Brooklyn Museum of Art, Brooklyn, New York und das National Museum of China, Peking. Er hat zwei Bücher über seine Arbeit veröffentlicht: Night Visions, the Secret Designs of Moths, erschienen bei Prestel, und Night Flyers, erschienen bei Nexus Press. Über seine Arbeit wurde geschrieben in: National Geographic, New York Times, Flaunt, ArtNews, Science, Nature, Forbes, US Air Attache', American Photo, DER SPIEGEL, The Chronicle for Higher Education und The Ganzfield." [3]