Ola KOLEHMAINEN (*1964, Finnland)
Suprematismus Nr. 102 Siena dunkelrot, 2020
Analoger Film, Tuscheabzug im Künstlerrahmen
Blatt 173 x 137 cm (68 1/8 x 53 7/8 in.)
Ausgabe von 6, plus 2 AP; Ed. Nr. 2/6
Gerahmter Druck
Über Back to Square Black:
In seiner neuen Serie "Back to Square Black" untersucht Ola Kolehmainen sowohl die Kunstgeschichte als auch seine eigene persönliche Zeitlinie. Die vielschichtige Natur der Geschichte zieht sich wie ein roter Faden durch seine jüngsten Werke, die sich an dem ikonischen Gemälde Das schwarze Quadrat von Kasimir Malewitsch (1879-1935) aus dem Jahr 1915 orientieren. Mit dieser neuen Serie kehrt das schwarze Quadrat in Kolehmainens Werk zurück, denn es war bereits der Held seiner Diplomausstellung in der Kluuvi Gallery im Jahr 1997, in der futuristisch inspirierte Leuchtkästen und schwarze Quadrate im Mittelpunkt standen. Seine jüngsten Werke sind ebenfalls von Futurismus, Konstruktivismus und Minimalismus inspiriert, aber es ist Malewitsch - dessen Werk stark von Kirchenarchitektur und Ikonen beeinflusst war -, mit dem Kolehmainen eine dauerhafte persönliche Verbindung hat.
Für diese Serie wurde kein einziges neues Foto aufgenommen, sie besteht ausschließlich aus dem Archivmaterial des Künstlers aus den frühen 2000er Jahren. Die Bearbeitung dieser vorhandenen Bilder kam der Malerei näher als dem Genre der Fotografie. Kolehmainen bearbeitete die Fotografien so, dass sie fast fiktiv werden und eine neue historische Bedeutung erhalten. Der Künstler beschreibt seinen Prozess als experimentelle Mixed-Media-Fotografie. Die komplexe Technik bestand darin, vorhandene Bilder neu zu fotografieren und sie auf eine Vielzahl verschiedener Materialien zu drucken. Der Prozess begann mit den Negativen, aber das Endergebnis war nicht vorhersehbar.
Über Ola Kolehmainen:
Ola Kolehmainen, einer der bekanntesten Künstler der "Helsinki School", schloss 1999 sein Studium an der Universität für Kunst und Design in Helsinki (heute Aalto University School of Arts, Design and Architecture) als Masterstudent ab. Sein Werk befasst sich insbesondere mit zeitgenössischer Architektur. Konzentriert auf die Grundstruktur architektonischer Fassaden und Innenräume, auf die streng geometrische Anordnung der seriellen (Bau-)Form, schafft Kolehmainen fast abstrakte Bilder, deren ästhetische Wurzeln im Minimalismus liegen. Störende Details, die der Fotograf als "visuelles Rauschen" bezeichnet, werden entfernt. Allerdings gibt es immer wieder Elemente, die auftauchen und das Konzept einer klaren Ordnungsstruktur unterlaufen: ein am Bildrand geschnittener Baum, dessen Äste einen Teil der Fassade verdecken, oder Spiegelfassaden, die einen fragmentierten Blick auf die Außenwelt reflektieren. Die "Helsinki School", eine der aufregendsten Kunstrichtungen in der zeitgenössischen Fotografie, lässt sich nicht durch einen bestimmten Stil, eine bestimmte Nationalität oder eine bestimmte formale Qualität beschreiben, sondern durch eine einzigartige Sichtweise auf die Dinge. Die Mitglieder der "Helsinki School" sind in erster Linie Konzeptkünstler, die eine Kamera oder lichtempfindliches Material verwenden, um ihre künstlerische Arbeit auszudrücken. Darüber hinaus sind ihre Lage in der Nähe des Polarkreises mit außergewöhnlichen Lichtverhältnissen und die einzigartige soziale Kultur, die durch lange Tage und Nächte entsteht, einzigartig.
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