Palmen auf Wilcox (Stranger than Paradise) - 1999
78x76cm,
Auflage: 100 Stück.
Archivalischer C-Print nach dem Original-Polaroid.
Montiert unter mattem Plexiglas.
Inventarnummer des Künstlers: 398.
Signiert auf der Rückseite und im Zertifikat.
(Verkäufe nach Europa werden in Europa produziert, um Zollprobleme und -kosten zu vermeiden, und werden mit einem Signature Label und Zertifikat geliefert)
Stefanie Schneider - Palmen auf Wilcox
In Palm Trees on Wilcox gibt es eine ruhige Inszenierung, einen visuellen Trick, der den Raum verbiegt, ohne sich anzukündigen. Auf den ersten Blick scheint die Komposition einfach zu sein - eine Reihe von Palmen, die in den Himmel ragen und in ruhiger Formation stehen. Aber je länger man hinschaut, desto mehr setzt sich die Illusion durch. Die Bäume scheinen sich in ihrer Größe zu verändern, sie wachsen, wenn sie sich nähern, und ziehen sich zurück, wenn sie sich zurückziehen. Und doch sind sie alle gleich groß. Die Kamera, das Auge und der Geist verhandeln eine unsichtbare Spannung, eine elegante Verzerrung, die den Akt des Schauens in eine Erfahrung des Sehens verwandelt.
Schneiders Arbeiten bewegen sich oft im Raum zwischen Realität und Wahrnehmung, aber Palm Trees on Wilcox ist besonders subtil in seiner Subversion. Es gibt keinen offensichtlichen Verfall, keine Risse im Bild, die eine Interpretation ermöglichen. Stattdessen ist die Wirkung strukturell, ein Wechselspiel von Distanz und Maßstab, das nur innerhalb des Rahmens existiert. Es ist ein seltener Moment in ihrem Oeuvre, in dem die Materialität des Polaroids zurücktritt und die Komposition allein die Stimmung bestimmt.
Das Ergebnis ist eine Vision, die sich sowohl spezifisch als auch unverortbar anfühlt - Kalifornien, gewiss, aber nicht geografisch gebunden. Es sind nicht einfach nur Bäume, sie sind Markierungen der Zeit, die stillstehen, während sich die Welt um sie herum verändert. Der Himmel, der in eine Farbpalette getaucht ist, die an eine zu lange in der Sonne liegende Filmrolle erinnert, suggeriert Ewigkeit und Vergänglichkeit zugleich. Es ist eine Erinnerung daran, dass selbst die vertrautesten Landschaften täuschen können, dass die Perspektive alles ist und dass manchmal die stärksten Verzerrungen die sind, die wir nicht sofort erkennen.
Stefanie Schneider erhielt ihren MFA in Kommunikationsdesign an der Folkwang Schule Essen, Deutschland. Ihre Arbeiten wurden u.a. im Museum für Fotografie, Braunschweig, im Museum für Kommunikation, Berlin, im Institut für Neue Medien, Frankfurt, im Nassauischen Kunstverein, Wiesbaden, im Kunstverein Bielefeld, im Museum für Moderne Kunst Passau, bei Les Rencontres d'Arles und bei der Foto-Triennale Esslingen gezeigt.