Biegung 14 (Abstrakte Malerei)
Acryl, Graphit und Faden auf Leinwand - ungerahmt
Die aufgefädelten Linien suggerieren eine physische Barriere, die die Formen unterbricht und sie daran hindert, sich zu verbinden, und gleichzeitig wird eine Transparenz geschaffen, die es dem Betrachter ermöglicht, durch die Linien hindurch auf die gemalte Oberfläche zu gelangen.
Die Titel der einzelnen Serien können als emotionale, psychologische und physische Zustände interpretiert werden.
Dieses Werk aus der Serie Bend ist eine zickzackförmige, fragmentierte Form mit einer genähten Kante, die den dreidimensionalen Aspekt verstärkt.
Die optische Wirkung ist skulptural. Es ist ein ständiges Spiel zwischen Zeichnung, Malerei und Skulptur.
Das Gemälde hat eine dynamische Energie und vermittelt gleichzeitig eine stille Poesie.
Holly Miller ist eine amerikanische abstrakte Künstlerin, deren Bilder danach streben, das Optische mit dem Taktilen durch die Sprache der Abstraktion zu verschmelzen. Sie lebt und arbeitet in Brooklyn, NY.
Die Kommunikation durch den Tastsinn (Körpersprache) hat ihre taktilen abstrakten Gemälde inspiriert. Millers Farbpalette spiegelt die Töne und Schattierungen des italienischen Industriedesigns der 60er und 70er Jahre wider, während ihre Formen an Architektur und urbane Strukturen erinnern.
Ihr Werk hat eine große Affinität zu Fontanas physischer Herangehensweise an seine Gemälde und zu Burris taktiler Manipulation der Bildoberfläche. Ellsworth Kellys kühne Formen und Farben haben bei ihr auf einer rein optischen Ebene Anklang gefunden.
Agnes Martins subtile, ruhige, sich wiederholende gezeichnete Linien, Fred Sandbacks starke architektonische, minimale, in den Raum gezeichnete Faserlinien, Eva Hesses emotional aufgeladene strukturierte Gewebe, Richard Tuttles skurrile und frische Zeichnungen und bescheidene Objekte, Bridget Rileys dynamische, optische Kompositionen haben einen tiefen Eindruck bei Miller hinterlassen und sie dazu inspiriert, ihre eigene Stimme in der Abstraktion zu entwickeln.
Durch die Kombination von sich wiederholenden fadenförmigen Linien mit geometrischen Farbformen vermittelt ihr Werk viele Dichotomien: reduktive Malerei und Handwerk, Illusion und Material, warm und kühl, Abwesenheit und Präsenz, männlich und weiblich, kühn und subtil, Perfektion und Unvollkommenheit...
Die Gemälde haben eine Körperlichkeit, die durch die monochromen Pinselstriche und die punktierten Löcher der gezeichneten Linien, die die Oberfläche der Leinwand durchdringen, beschrieben wird, doch aus der Ferne wirken sie flach und suggerieren eine feine Linienzeichnung. Wenn man sich den Gemälden nähert, offenbart sich ein Überraschungsmoment, das dazu anregt, genauer hinzusehen und die ursprüngliche Annahme oder Erwartung zu hinterfragen.