Signiert & datiert LR (hoch ausgestellt)
The New York Times, Sonntag, 30. Oktober 1949, von Howard Devree. "Sowohl als Lehrer als auch als Maler war Vaclav Vytlacil eine entscheidende Kraft in der zeitgenössischen amerikanischen Malerei. ........ Die Farbe von Vytlacil ist brillant, aber gut kontrolliert, mit tiefen, satten Blautönen und gelb-grünen Tönen von der Intensität einer Glasmalerei. In seinen kräftigen abstrakten Gesamtentwürfen werden Flächen überzeugend in Form und Farbe aufgelöst. In 'Fish Cleaners' hat er den Kubismus auf den neuesten Stand gebracht, wobei er, wie in seinem gesamten Werk, die gegenständliche Form fest im Griff behält. .... gehört zu den anregendsten Arbeiten, die heute in diesem Land entstehen."
Vaclav Vytlacil (Vas-lav Vit-la-chil) wurde 1892 in New York City als Sohn tschechischer Eltern geboren, wuchs aber in Chicago auf. Er war seit seiner Kindheit ein Künstler und wurde 1906 als jüngster Student am Art Institute of Chicago eingeschrieben. Dort erhielt er 1913 ein Stipendium für die Art Students League in New York. Er studierte drei Jahre lang an der Liga unter John C. Johansen und Anders Zorn. Im Jahr 1916 nahm Vytlacil eine Einladung an, an der Minneapolis School of Art zu unterrichten, wo er vier Jahre lang blieb.
Im Alter von 29 Jahren und am Scheideweg seiner Malerkarriere beschloss Vyt (ein Name, der ihm liebevoll gegeben wurde), dass es an der Zeit war, "die europäische Erfahrung" zu machen. Die meisten Künstler glaubten zu dieser Zeit, dass Europa viel bessere Werte in der Kunst bot, und mit dem starken Wunsch, die Kunst von Cezanne zu erforschen, verließ Vyt 1922 die USA in Richtung Europa. Er ging nach Paris, wo er sich mit Malerkollegen anfreundete und ihm die Augen für eine völlig neue Welt der Kunst geöffnet wurden. Vyt sagt: "Viele erschütternde Erfahrungen machten mir klar, dass ich praktisch nichts über Malerei wusste. Oder anders gesagt: Was ich wusste, war nicht viel!"
Anschließend ging er nach München, wo er zusammen mit seinen neu gewonnenen amerikanischen Künstlerfreunden Worth Ryder und Ernest Thurn bei dem damals noch relativ unbekannten Lehrer und Künstler Hans Hoffman studierte. Nun stand der Modernismus im Mittelpunkt von Vyts Kunst, was eine ziemliche Abkehr von seinen früheren eher akademischen Lehren bedeutete. Die Traditionen, die von Picasso, Braque, Cezanne und anderen französischen Modernisten ausgeübt wurden, wurden durch Hofmanns Anleitung stark beeinflusst.
Vyt reiste und malte weiterhin in Europa, Mexiko, Jamaika, Monhegan, Martha's Vineyard, Kalifornien, Colorado und New York. In den 1950er Jahren griffen abstrakte Expressionisten wie De Kooning und Pollock auf figürliche Darstellungen von Frauen zurück. Vaclav Vytlacil tat dies ebenfalls, doch seine Figuren wiesen mehr Ähnlichkeiten mit Picasso auf, der ebenfalls eher gegenständliche, klassische Elemente im Gegensatz zur reinen Abstraktion verwendete