Unten rechts handsigniert und auf der Rückseite mit einem alten ungarischen Galerieetikett versehen.
Beschreibung des Gemäldes
Eine orientalistische Genreszene, die in einer nordafrikanischen oder nahöstlichen Wüstenstadt in der Abenddämmerung spielt. Im Vordergrund sitzen zwei Reiter in Gewändern und mit Turbanen auf Pferden – der eine auf einem hellgrauen Pferd, bekleidet mit goldgelben Gewändern und einer roten Mütze, der andere neben ihm in einem dunkelroten Gewand mit einer markanten spitzen weißen Kapuze, auf einem dunkelbraunen Pferd. Direkt hinter ihnen steht ein reiterloses schwarzes Pferd. Die Figuren sind mit vereinfachten, fast schon an Volkskunst erinnernden Gesichtern und Gesten dargestellt, wobei ein Arm erhoben ist, als würden sie sich unterhalten oder begrüßen.
Im Hintergrund besteht die Komposition aus flachen, unmodulierten Farbblöcken – einer tiefblauen Gebäudewand auf der linken Seite, einer leuchtend ockergelben Wand oder Düne, die sich hinter den Reitern erhebt, und einer Reihe dunkler, spitzer Palmen, die sich vor einem stürmischen blaugrauen Himmel abzeichnen, der am Horizont von warmem Licht durchzogen ist. Die Farbpalette ist warm und satt (Senfgelb, Rostrot, Kobaltblau) und steht im Kontrast zum kühleren, stimmungsvollen Himmel, wodurch die Szene einen theatralischen, bühnenartigen Charakter erhält, der typisch für die orientalistische Malerei des frühen 20. Jahrhunderts ist und durch eine postimpressionistische oder fauvistische Farbsensibilität gefiltert wird.
Aurél Emőd
Ungarischer Maler der römischen Schule
Aurél Emőd (1897–1958) war ein ungarischer Maler und Grafiker, dessen Werk eine Brücke zwischen dem Einfluss der postimpressionistischen Farbgebung und den klassizistischen Tendenzen der italienischen Novecento-Bewegung schlug. Emőd wurde in Budapest geboren und studierte an der Ungarischen Akademie der Bildenden Künste bei János Vaszary, einem der bedeutendsten ungarischen Maler des frühen 20. Jahrhunderts, dessen lebhaftes Farbgefühl und kraftvoller, ausdrucksstarker Pinselstrich eine ganze Generation von Studenten nachhaltig geprägt haben. Dieses Werk ist in einem naiven, farbenfrohen, figurativen Stil gehalten.
Ausbildung bei Vaszary und italienische Einflüsse
Aus Vaszarys Atelier gingen mehrere der führenden ungarischen Maler der Zwischenkriegszeit hervor, darunter Vilmos Aba-Novák, József Egry und Ödön Márffy, wodurch Emőd zu einem wichtigen Zentrum der ungarischen Moderne wurde. Nach seinem Studium unternahm Emőd ausgedehnte Studienreisen nach Italien, Deutschland und Frankreich, wo die italienische Novecento-Bewegung – mit ihrer Betonung klassischer Form, Solidität und Monumentalität – neben dem bleibenden Einfluss seines Lehrers Vaszary einen besonders starken Eindruck auf seinen sich entwickelnden Stil hinterließ.
Das Collegium Hungaricum und die Schule von Rom
Zwischen 1933 und 1935 erhielt Emőd ein begehrtes Stipendium für das Collegium Hungaricum in Rom, die ungarische Staatsakademie mit Sitz im Palazzo Falconieri. Das 1928 unter dem Kunsthistoriker Tibor Gerevich gegründete Stipendienprogramm des Collegiums führte zur Entstehung der sogenannten „Römischen Schule“ (Római Iskola) – einer Bewegung junger ungarischer Künstler, die entsandt wurden, um sich mit der zeitgenössischen italienischen Kunst auseinanderzusetzen und damit die damals in Budapest vorherrschenden französischen und deutschen Einflüsse zu ersetzen. Zu den führenden Persönlichkeiten der Schule zählten Vilmos Aba-Novák, Károly Patkó und István Szőnyi, die 1928 als erste Stipendiaten nach Rom eingeladen wurden, sowie spätere Stipendiaten wie Jenő Medveczky, Pál Molnár C. und Dezső Erdey. Emőds eigener Aufenthalt in Rom reihte ihn in dieselbe institutionelle und künstlerische Tradition ein, wobei er den klassizistischen, vom Novecento geprägten Stil verinnerlichte, von dem Gerevich gehofft hatte, dass er eine neue ungarische Nationalkunst hervorbringen würde, die eher in der italienischen als in der Pariser Tradition verwurzelt sei.
Karriere in Budapest
Nach seiner Rückkehr aus Italien arbeitete Emőd als Kunstlehrer in Budapest und malte weiterhin Landschaften, Stillleben und figurative Szenen – darunter auch Ansichten des Plattensees –, die sowohl die von Vaszary geerbte koloristische Lebendigkeit als auch die während seiner Jahre in Rom erworbene strukturelle Klarheit widerspiegeln. Er war bis zu seinem Tod im Jahr 1958 in Ungarn als Maler tätig.
Stichwörter: Emőd Aurél, Emod Aurel, ungarischer Maler, Römische Schule der ungarischen Kunst, Római Iskola, Collegium Hungaricum Rom, Schüler von János Vaszary, Vilmos Aba-Novák, Einfluss des italienischen Novecento, Ungarische Akademie der Bildenden Künste, ungarische Moderne der Zwischenkriegszeit, Balaton-Malerei, ungarische Kunst des 20. Jahrhunderts, Budapester Maler
EMŐD, AURÉL (Budapest 1897-1958) Er war Schüler von János Vaszary an der Akademie der Bildenden Künste und unternahm anschließend Studienreisen nach Italien, Deutschland und Frankreich. Nicht nur sein Meister, sondern auch das italienische Novecento hat ihn stark beeinflusst. Er arbeitete als Kunstlehrer in Budapest. In den Jahren 1933 und 1935 erhielt er ein Stipendium am Collegium Hungaricum.
Er wurde in die Ausstellung The Art Of Modern Hungary 1931 aufgenommen. und andere Ausstellungen zusammen mit Vilmos Novak Aba, Graf Julius Batthyany, Pal Bor, Bela Buky, Denes Csanky, Istvan Csok, Bela Czobel, Peter Di Gabor, Bela Ivanyi Grunwald, Baron Ferenc Hatvany, Lipot Herman, Odon Marffy, C. Pal Molnar, Istvan Szonyi, Istvan Pekary, Janos Vaszary, Sandor Ziffer, Bela Kadar, Nagy Ilosvai Varga Gyula Batthyany, Hugo Scheiber und Jozsef Egry