Ein seelenvoller junger Mann ist in einem tiefen, kontemplativen Zustand festgehalten, losgelöst von den aktuellen äußeren Sorgen, während er über die Bildebene hinausblickt. Er ist realistisch dargestellt, aber die Szene, in der er lebt, ist alles andere als real. Bei einem Spaziergang in der Natur wird er in ein fantastisches warmes Licht getaucht. Das Licht ist kein starkes Caravaggio Directional Licht, das typischerweise mit der Malerei in Goldtonalität und langen, dunklen Schatten assoziiert wird. Das Licht in diesem Bild ist eher ein inneres Licht, als ob es aus dem Inneren des Motivs nach außen dringt. Es hat eine sehr originelle Ausstrahlung. Das Motiv blickt nach außen, und das Licht strahlt nach außen. Innerhalb der Komposition ist die hellste Lichtfläche der junge Mann, so als wäre er eine menschliche Glühbirne. Je weiter man sich von ihm entfernt, desto dunkler wird es. Im Zentrum der Komposition steht der Querschnitt eines verwitterten Waldstamms, der im Raum schwebt. Es ist an nichts befestigt und in zwei Abschnitte unterteilt, die einem Querschnitt durch das menschliche Gehirn ähneln. Auch hier ist der hellste Teil des Stammes näher an der Lichtquelle - dem jungen Mann. Diese "gehirnähnliche" Bildsprache unterstützt die magische Fantasieerzählung der Künstlerin Hazel Janicki. Aber es gibt noch mehr. Die schwebenden Stacheln, die Janicki im gleitenden Licht darstellt, ähneln Synapsenverbindungen, die Signale zwischen Neuronen übertragen. Sie veranschaulicht die inneren Gedankengänge eines einzelnen jungen Mannes, der allein in einer Welt ohne jegliche von Menschenhand geschaffene Objekte träumt. Das Bild zeigt nur ihn, die Natur und seine Gedankengänge. Im Kanon der Kunstgeschichte gibt es die anerkannten Meister des magischen Realismus: Paul Cadmus, George Tooker, Leonora Carrington, Ivan Albright, Peter Blume, Edward Hopper, Frida Kahlo, Andrew Wyeth, und Alex Colville. Viele dieser Künstler malten auch mit Tempera. Künstler spiegeln das Ethos ihrer Zeit wider. Vielleicht sollte man die übersehene Künstlerin Hazel Janicki, die in der Mitte des Jahrhunderts malte, in diese Liste aufnehmen.
Signiert unten rechts. Rahmengröße:23,5 x 34
Provenienz: Circle Gallery, Wolfs Gallery
Hazel Janickis Werke wurden bereits ausgestellt und befinden sich in der Sammlung des Metropolitan Museum of Art, des Art Institute of Chicago und des Whitney Museum of Art. Cleveland Museum of Art, Butler Institute of American Art, Yale Museum of Art, um nur einige zu nennen. Das Smithsonian besitzt den Nachlass von William Schock und Hazel Janicki
Auf einer Reise durch Florida verunglückte Hazel Janicki zusammen mit ihrem Ehemann William Schock am Neujahrstag 1976 bei einem Autounfall tödlich.