„Man at Machine“, 1939, Öl auf Leinwand, unsigniert, 9 ½ x 16 Zoll, Etikett auf der Rückseite mit Name und Adresse des Künstlers, Titel, Datum, Maße und Technik des Gemäldes; ausgestellt in der Ausstellung „Roszak Early Paintings“, Harold Ernst Gallery, Ltd., Boston, MA, 17. April – 4. Mai 1973 (im Katalog abgebildet), in Originalrahmen präsentiert
Theodore Roszak war ein wegweisender polnisch-amerikanischer Modernist, der als Maler, Grafiker und Bildhauer tätig war. Seine frühen Werke spiegelten die klare Geometrie und die Maschinenästhetik der europäischen Moderne wider, betrachtet aus der Perspektive der amerikanischen Erfahrung. „Man at the Machine“ ist ein Paradebeispiel für Roszaks Ansatz, Arbeit und elegante, industriell geprägte Bildsprache miteinander zu verbinden, wobei der Arbeiter mit den Werkzeugen seines Handwerks verschmilzt. Zu diesem Gemälde bemerkte die Kunstkritikerin Emily Genauer: „Diese Bilder zeichnen sich durch unendliche Vielfalt und Originalität, äußerste Sensibilität sowie große Raffinesse und guten Geschmack aus.“ Roszaks Kompositionen lassen sich als Halbabstraktionen bezeichnen. Das Hauptthema jedes einzelnen ist zwar realistisch genug, wird jedoch durch allerlei komplexe Exkurse in die Welt der Abstraktion belebt. Es kann etwas Kleines sein, wie der Hut des Mädchens in „En Masque“ oder die Finger des Mannes an der Maschine. „Doch in jedem einzelnen davon schafft er komplexe, fantastische, einfallsreiche und wunderschöne Mosaike aus Form, Farbe und Textur, die stets mit dem vorherrschenden Gesamtkonzept in Verbindung stehen.“
Roszak wurde in Posen geboren, das damals zu Preußen gehörte, und wanderte 1909 mit seiner Familie nach Chicago aus. Er zeigte schon in jungen Jahren künstlerisches Talent und studierte an der School of the Art Institute of Chicago, bevor er nach New York zog, um seine Ausbildung an der National Academy of Design und im Privatunterricht bei George Luks fortzusetzen; gleichzeitig studierte er Philosophie und Logik an der Columbia University. Ein Stipendium ermöglichte es ihm, zwischen 1929 und 1931 durch Europa zu reisen, wo die Begegnung mit dem Bauhaus, dem Purismus, dem Konstruktivismus und den Gemälden von Giorgio de Chirico seine künstlerische Weltanschauung tiefgreifend prägte.
Nach den Verwüstungen des Zweiten Weltkriegs veränderte sich Roszaks Stil grundlegend, und in den 1940er- und 1950er-Jahren wurde er dafür bekannt, industrielle Materialien mit organischen, oft biomorphen Formen zu kombinieren, um Werke zu schaffen, die sowohl den technologischen Fortschritt als auch die tiefgreifenden Ängste des 20. Jahrhunderts widerspiegelten. Er lehnte eine rein mechanische Abstraktion ab und entwickelte ein äußerst ausdrucksstarkes bildhauerisches Vokabular, das sich durch zerklüftete Formen aus geschweißtem Stahl, Bronze und Messing auszeichnete, die sowohl an lebende Organismen als auch an zerbrochene Maschinen erinnerten. Diese Skulpturen setzten sich mit den Themen Gewalt, Widerstandsfähigkeit, Mythologie und dem ewigen Kampf zwischen Zerstörung und Schöpfung auseinander. Roszak war der Ansicht, dass Skulpturen eher emotionale und spirituelle Kräfte verkörpern sollten als lediglich formale Gestaltung, was ihn zu einer der markantesten Stimmen der amerikanischen Bildhauerei der Nachkriegszeit machte.
Im Laufe seiner Karriere lehrte Roszak an der School of the Art Institute of Chicago, am Sarah Lawrence College und an der Columbia University. Er stellte vielfach in den Vereinigten Staaten und international aus, vertrat die Vereinigten Staaten auf der Biennale in Venedig und nahm an der Documenta II in Kassel teil. Er realisierte zudem bedeutende öffentliche Aufträge, darunter den monumentalen Adler, der die ehemalige US-Botschaft in London krönte. Roszaks Werke befinden sich in den Sammlungen vieler weltweit führender Museen, darunter das Museum of Modern Art, das Whitney Museum of American Art, das Metropolitan Museum of Art, das Hirshhorn Museum and Sculpture Garden, das Art Institute of Chicago, das Los Angeles County Museum of Art und das Smithsonian American Art Museum. Er ist im Who Was Who in American Art und in allen anderen Standardwerken aufgeführt.