Signiert unten links "W. Schwartz" für Walter Erwin Otto Schwartz (dänisch, 1889-1958), datiert 1935 und bezeichnet "Skagen" unten rechts.
Ein substanzielles, psychologisch eindringliches Porträt einer jungen Frau mit Zöpfen, die in einen anthrazitfarbenen Wollmantel gekleidet ist und ein kupferfarbenes Halstuch trägt. Die selbstbewusste Dargestellte steht und begegnet dem Blick des Betrachters direkt und erweist sich als ungewöhnlich selbstbewusstes Motiv für diesen bekannten dänischen Modernisten.
Als Neffe des dänischen akademischen Künstlers Frans Schwartz wuchs Walter Schwartz im Umfeld der Maler auf, die in der dänischen Kunstkolonie auf der malerischen Insel Skagen verkehrten. Walter studierte zunächst formell (1904-8) bei Michael Ancher, dem dänischen Realisten, von dem er lernte, unter die Oberfläche zu blicken und seine Porträtierten mit einer ungewöhnlichen Tiefe von Einfühlungsvermögen und Charakter auszustatten. Walter Schwartz' wiederholte Studien in Paris (und später in Concarneau in der Bretagne) zu Beginn des Jahrhunderts (1911-13, 1920-22) machten ihn mit den Grundsätzen der Moderne und dem künstlerischen Ferment vertraut, dessen Hauptstadt Paris damals war. Im Jahr 1916 erhielt er das Bielke-Stipendium, das es ihm ermöglichte, frei von finanziellen Zwängen zu reisen. Das Werk des Künstlers aus den 1920er Jahren zeigt sowohl eine hellere Farbpalette als auch eine größere Vertrautheit mit den Prinzipien des Kubismus, die er auch in seine späteren Gemälde einfließen ließ und deren Spuren im vorliegenden Werk zu sehen sind. Im Laufe seiner langen Karriere stellte Schwartz häufig und erfolgreich aus, unter anderem in der Charlottenborg in Kopenhagen (1909-1925) und in Paris im Salon d'Automne (1921) und im Salon des Indépendants (1922). Die Werke des Künstlers befinden sich in privaten und öffentlichen Sammlungen auf der ganzen Welt, und er ist in den einschlägigen Nachschlagewerken, darunter Benezits umfassendes Künstlerlexikon, gut gelistet.
Ausstellungen
KE 1908-09, 1912, 1929; Junge Künstler. 1909; Charlottenburger Frühling 1911, 1914-20, 1924-25; Skagen 1914; Salon d'Automne, Paris, 1921; Salon des Indépendants, Paris 1922. Gesonderte Ausstellungen: Anton Hansen, Kopenhagen. 1918, 1922; Lyngby Kunstforen. 1990.
Referenz:
E. Benezit, Dictionnaire des Peintres, Sculpteurs, Dessinateurs, et Graveurs, Jacques Busse, 1999 Nouvelle Édition, Gründ 1911, Bd. 12, S. 575; Skagens Avis (?) Juni 1914 (Chr. H.O., Lokalsaml., Skagen); 14.9.1916 (Smst.); Chr. Engelstoft i: Schwarz auf Weiß 14.3.1918; Pole. 7.11.1958; Berl. Zeit. 7.11.1958 (J. Zibrandtsen); Lise Svanholm in: W.S: De glade farvers fest, 1990 et al.