Alan Bray
Alan Bray wurde am 12. Januar 1946 in Waterville, Maine, geboren, wuchs aber in Monson auf, einer kleinen Schiefergrubenstadt in den nördlichen Ausläufern der Appalachen. Hier, beim Wandern und Zelten mit gleichgesinnten Freunden aus der Kindheit, begann er, seine natürliche Neugierde als Werkzeug für das Holzhandwerk zu nutzen. In diesen zerklüfteten Ausläufern, die vom Wechsel der Jahreszeiten geprägt sind, aber auch die Spuren äonenalter geologischer Umwälzungen aufweisen, lernte Bray, sich in einer Welt rätselhafter Zeichen und abweichender Pfade zurechtzufinden. Noch bevor er einen Pinsel in die Hand nahm, entwickelte er unbewusst die Sensibilität eines Landschaftsmalers, indem er ein Gespür für die Beziehungen zwischen den Lebenden und dem alten Land, von dem das Leben abhängt, entwickelte. Später, als Bray beschloss, Kunst zu studieren, schrieb er sich am Art Institute of Boston ein, wo er zum ersten Mal die Anziehungskraft des Bildermachens als Weg zum Verständnis der Welt spürte. Drei Jahre Arbeit im Studio zeigten die Notwendigkeit eines traditionelleren Ansatzes für die Disziplin der Malerei, der durch das breitere Spektrum einer liberalen Ausbildung geprägt war. Diese Erkenntnis veranlasste Bray, sich an der University of Southern Maine einzuschreiben, wo er 1971 seinen Abschluss machte. Obwohl diese Ausbildung in vielerlei Hinsicht ein Erfolg war - vor allem in Bezug auf die Vermittlung von Kenntnissen in Bereichen außerhalb der bildenden Künste - war sie dennoch unvollständig: Gut vorbereitet auf die nächste Etappe der Reise reiste Bray nach Florenz, um an der Villa Schifanoia Graduate School of Fine Arts zu studieren. Villa Schifanoia, Florenz, die italienische Renaissance hütete viele Schätze und schenkte sie einem Maler, der in seiner Kunst nun reif genug war, sie zu erhalten. Einschließlich eines neuen Mediums und einer neuen physischen Struktur für seine Gemälde - Tempera auf Tafel. Die technischen Herausforderungen dieses Mediums, die notwendigen handwerklichen Anpassungen und die Grenzen des Maßstabs begünstigten und inspirierten jemanden, der sowohl eine praktische als auch eine visionäre Intelligenz besaß. Bray malt mit Kasein, einer Tempera auf Milchbasis, die praktisch keine Trocknungszeit hat. Seine Bilder sind zwangsläufig technisch komplex, denn sie bestehen aus Tausenden von winzigen Pinselstrichen, die in Schichten aufgebaut sind und aus denen sich die Bilder - die Vision - auf dem Fundament eines spiegelglatten, absolut leeren weißen Grundes entwickeln. Es handelt sich um eine Malmethode, die sich direkt aus seiner Methode zur Erkundung seiner Themen ergibt.