Anna Shesterikova
Meine Kindheit und Jugend verbrachte ich in Petropawlowsk-Kamtschatski, wo ich das Gymnasium und die Kunstschule abschloss. Dank meiner Eltern, die sich sehr für den Tourismus interessierten, konnte ich viele interessante Orte in diesem schönen Land besuchen. Die Halbinsel Kamtschatka, umspült vom Pazifischen Ozean, ist das Land der Vulkane und Geysire, der eiskalten Gebirgsbäche und Thermalquellen, das Land des langen Winters, ein Reich seltener Pflanzen und Tiere. Die Liebe zu diesem strengen und einzigartigen Land ist für immer in meinem Herzen geblieben und zeigt sich in meinen Gedichten und Bildern. Ich bin meinen ersten Lehrern Y. E. Koldayev und P. K. Derevyanko dankbar, die den Künstler in mir geweckt und mich viele Geheimnisse dieses Handwerks gelehrt haben. 1988 trat ich in die Fakultät für angewandte Kunst an der Moskauer Textilakademie ein. Zwei Jahre harter Arbeit gingen dem voraus. Während meines Studiums habe ich an mehreren Studentenausstellungen teilgenommen. Außerdem malte ich in dieser Zeit traditionelle Kunstwerke wie Ostereier und "Matreschka". Es war eine sehr nützliche Erfahrung, und ich kann mit Stolz sagen, dass meine Arbeit jetzt viele Häuser auf der ganzen Welt schmückt, von Japan bis Mexiko. Unsere Familie lebt seit 2001 in der Schweiz. In der Schweiz mag ich vor allem den Frühling, wenn die Täler blühen und in den Bergen noch Schnee liegt... die herrlichen Kontraste! Ich bewundere immer die Alpen und die Bergseen. Ich schlendere gerne durch die alten mittelalterlichen Straßen der Städte. Die Originalität und Vielfalt der europäischen Kunstzentren erstaunt mich - das kaiserliche Wien, das mittelalterliche Venedig, das antike Rom, Paris, voller architektonischer Kontraste. Meine Eindrücke von den Reisen übertrage ich oft auf Leinwand und Papier. Neben der Landschaft ist eine weitere Richtung meiner kreativen Arbeit das Porträt. Es ist mir sehr wichtig, nicht nur die Ähnlichkeit des Aussehens, sondern auch eine Persönlichkeit zu vermitteln. Ich arbeite sehr gerne an Kinderporträts, die ich meist in Aquarellfarben male. Sie spiegeln die Zartheit und Frische der Kinderhaut und die Ausdruckskraft eines Blicks besonders gut wider. Trotz der Schwierigkeiten, denen sich ein Maler bei der Arbeit mit Aquarellfarben gegenübersieht (diese Technik erlaubt keine Korrekturen), ist sie für mich seit meiner Studienzeit interessant. Bei der Entwicklung jedes neuen Themas versuche ich, meine Sicht der Welt zu vervollständigen, sie auf eine neue Art und Weise zu betrachten und mich nicht nur durch blinde Nachahmung zu beschränken. Ich finde es interessant, verschiedene Methoden der Malerei und Grafik zu verwenden. Wasserfarben, Acryl, Pastellkreiden, Tinte, Bleistift... . Interessant sind auch die verschiedenen Interpretationen desselben Themas, sei es eine Blume, eine Landschaft oder eine abstrakte Komposition. Meine Inspiration kommt nicht nur aus der Natur, sondern auch aus Musik, Poesie, Literatur und Theater.