Sylvia Rutkoff (1919–2011)
"Der Cowboy"
c. 1950s - Öl, Gesso, auf Masonit - Holzrahmen aus der Zeit
Über dieses Werk
Nur wenige Gemälde aus dem Nachlass von Rutkoff zeigen ihre Vielseitigkeit so anschaulich wie die Figur mit Pferd. Wo ihre eher abstrakten Arbeiten sich der Textur und dem Feld hingeben, birgt diese Komposition eine dramatische erzählerische Spannung: eine einsame Figur mit einem feuerroten Hut nimmt die linke Seite ein, das Gesicht ist als breite Maske aus weißem Impasto dargestellt, umrandet von fließendem Schwarz, archaisch, totemistisch, unverkennbar menschlich. Rechts materialisiert sich ein großes Pferd aus dem warmen sienafarbenen Grund, dessen Form eher angedeutet als angegeben ist, aufgebaut aus schleppendem blaugrauen Pigment und geritzten Einschnitten, die das Wesen kaum von der Erde trennen.
Der Grund aus brennendem Siena-Mauerwerk, der über die gesamte Breite der Leinwand freigelegt ist, ist selbst ein chromatisches Ereignis, das im Laufe des Lichts zwischen Bernstein, Kupfer und rohem Umbra changiert. Rutkoff arbeitet damit, wie Cézanne mit seinen Böden arbeitete: nicht als Abwesenheit, sondern als Präsenz. Die Komposition gipfelt in einem lebhaften unteren Vordergrund von tiefem Waldgrün, in den Rutkoff ein dichtes Netz von Sgraffitolinien gekratzt hat, vielleicht Gras oder reine Energie, die freigesetzt wird und Gold und Gelb darunter freilegt, eine technische Virtuosität, die genaues Hinsehen lohnt.
"Eine glückliche Vermählung des natürlichen Bildes mit der gewaltsamen Unmittelbarkeit der expressionistischen Sprache".
Kunstmagazin
Hier zeigt sich Rutkoff von ihrer elementarsten Seite: Figur, Tier, Erde und Himmel verschmelzen zu einer einzigen aufgeladenen Oberfläche. Der rote Hut - der einzige Akt reiner deklarativer Farbe - verankert die gesamte Komposition mit der Zuversicht einer Künstlerin, die genau weiß, was sie tut.
Signiert auf der Rückseite - Sylvia Rutkoff
Bleistift auf Masonit Rückseite - Direkt vom Großneffen des Künstlers erworben
Kritische Rezeption
-Gregory Battock, Kunstkritiker: "Hochentwickelte Texturen, die fest und phantasievoll sprechen... man denkt an einen fröhlichen und farbenfrohen Dubuffet."
-&New York Times:Würdigte Rutkoff als "herausragenden Koloristen". ein Urteil, das durch die feurige Palette dieses Werks mehr als bestätigt wird.
-&New York Herald Tribune: Nannte ihre Arbeit "lebenswichtig" ein Wort, das die rohe, unvermittelte Kraft der Abbildung mit der Oberfläche und dem Gegenstand des Pferdes einfängt.
Über den Künstler
Die 1919 in Wisconsin geborene Sylvia Weinreb Rutkoff absolvierte ihre Ausbildung am Hunter College (MA, Malerei und Kunstgeschichte, 1939) und an der Art Students League (1958) und etablierte sich als einflussreiche Vertreterin der New Yorker Nachkriegsavantgarde. Sie unterrichtete im Sommer an der Lehigh University und leitete die Kunstwerkstatt der Graduate School der Fairleigh Dickinson University.
Als Mitglied von The Vectors - neben den abstrakten Expressionisten Ben Wilson, Frances Manacher und Rhoda Sklar - verfolgte Rutkoff einen einzigartigen Weg, der die Materialität der Art Brut mit der lyrischen Unmittelbarkeit der New York School verband. Ihre ungegenständlichen Werke in Öl, Sand, Gesso und Mörtel sind, wie Zeitgenossen bemerkten, von großer Intensität und Einfachheit zugleich.
Ausstellungsgeschichte (ausgewählt)
Pennsylvania Akademie der Schönen Künste
Philadelphia
Brooklyn-Museum
New Yorker
Butler-Institut für amerikanische Kunst
Youngstown, Ohio
Hudson River Museum
Yonkers, New York
Internationale Ausstellung junger Künstler
Tokio, 1962
Osaka University Art Gallery
Japan
Caravan Gallery (zwei Einzelausstellungen)
New York, 1961 & 1963
Key Gallery, SoHo
New Yorker
Loeb Gallery, New Yorker Universität
New Yorker
Capricorn Galerie
New Yorker
Edward Williams Galerie
Fairleigh Dickinson Universität, NJ
Das Riverside-Museum
New Yorker