Alois Heinrich Priechenfried
Handsigniert oben links
Abmessungen: 5 X 4 ohne Rahmen 4 X 3
Dieses stimmungsvolle Porträt von Alois Heinrich Priechenfried, das wahrscheinlich Ende des 19. oder Anfang des 20. Jahrhunderts entstand, zeigt einen sitzenden Rabbiner, der in Kontemplation versunken ist. Die Stärke des Werks liegt in seiner tiefen Intimität und der für den Impressionismus charakteristischen Beherrschung von Licht und Schatten durch den Künstler. Die Komposition, in der der Rabbiner dominiert, ist formal und naturalistisch zugleich und vermittelt ein Gefühl der Ehrfurcht.
Der Rabbiner ist mit wallendem Bart und traditioneller Kleidung dargestellt, was auf ein Leben als Gelehrter hindeutet. Die gedämpfte Farbpalette, die hauptsächlich aus Erdtönen mit Akzenten in Schwarz und Weiß besteht, unterstreicht die Stimmung von Feierlichkeit und Introspektion. Das Lichtspiel im Gesicht des Rabbiners, das sorgfältig wiedergegeben ist, zieht den Blick des Betrachters an und unterstreicht seinen nachdenklichen Ausdruck. Die gedämpfte Umgebung ohne ablenkende Details unterstreicht die innere Welt der Figur noch mehr.
Österreichischer Porträt- und Genremaler des neunzehnten Jahrhunderts: Alois Heinrich Priechenfried.
Alois Heinrich Priechenfried wurde am 25. Juni 1867 in Wien, Gemeinde Gumpendorf, geboren und starb am 24. März 1953 in Wien. Er war ein österreichischer Porträtmaler des Naturalismus und wurde auch als Vergolder ausgebildet. Zu seiner Zeit erhielt er hohe Anerkennung für seine Rabbinerporträts. Priechenfried arbeitete ab dem Jahr 1881 als Vergolder im Betrieb seines Vaters, Alois Michael Priechenfried. Seine künstlerische Ausbildung absolvierte er von 1884 bis 1885 als Gaststudent an der Wiener Akademie der bildenden Künste bei Professor Christian Griepenkerl. Nach mehreren Aufenthalten in München, Deutschland, lebte er bis zu seinem Tod im Kauerhof in der Diefenbachgasse 12 im 15. Am 28. Juni 1896 wurde Alois Heinrich Priechenfried das Bürgerrecht der Stadt Wien verliehen.
Seine Werke wurden in renommierten Auktionshäusern wie Bonhams, Christies und Sothebys versteigert.
Ein Großteil der jüdischen Kunst von Priechenfried konzentrierte sich auf die stille Betrachtung der heiligen Schriften und der Synagoge durch polnische chassidische Rabbiner Innenräume. Alois Michel Priechenfried, der Vater des Künstlers, war von Beruf Vergolder. Die Vergoldung ist eine dekorative Technik, bei der eine sehr dünne Goldschicht auf feste Oberflächen wie Metall, Holz, Porzellan oder Stein aufgetragen wird. Er heiratete Anna Hackensoellner und das Paar hatte drei Kinder, August Franz, Georg und Alois. Alois Heinrich Priechenfried wurde am 25. Juni 1867 im Wiener Bezirk Gumpendorf geboren. Als Alois vierzehn Jahre alt war, trat er in die Fußstapfen seines Vaters und absolvierte eine Ausbildung und Arbeit als Vergolder. Im Alter von siebzehn Jahren schrieb er sich für ein Jahr als Gaststudent an der Wiener Akademie der bildenden Künste ein.
Einer seiner Professoren an der Akademie war der deutsche Maler Christian Griepenkerl. Griepenkerl war 1874 als Professor an die Akademie der bildenden Künste Wien berufen worden, drei Jahre später übernahm er die Leitung der dortigen Spezialschule für Historienmalerei. Griepenkerl spezialisierte sich auf allegorische Darstellungen mit Themen aus der klassischen Mythologie und der Porträtmalerei. Er unterrichtete viele der bedeutendsten Maler seiner Zeit, darunter Egon Schiele und Anton Peschka, doch seine Lehrmethoden und die der Akademie wurden von vielen jungen Studenten als antiquiert und zu konservativ angesehen, so dass viele die Akademie verließen und die Neue Kunst Gruppe gründeten, die ihren eigenen Stil ohne akademische Zwänge pflegte. Christian Griepenkerl wurde später berühmt, weil er 1907 Adolf Hitlers Antrag auf Aufnahme in die Akademie mit der Begründung ablehnte, Hitlers Bewerbungsstück sei sowohl einfallslos als auch unbefriedigend. Alois heiratete 1890 eine Emile Aurelia Watzek, eine Jugoslawin, und das Paar hatte acht Kinder. Wie auf dem obigen und den folgenden Gemälden zu sehen ist, schuf er auch zahlreiche Genrebilder. Priechenfried verbrachte viele Abschnitte seines Lebens in München, kehrte aber immer wieder in sein geliebtes Wien zurück. Alois Heinrich Priechenfried starb am 24. Mai 1953 in seinem Haus in der Diefenbachgasse im Wiener Bezirk Rudolfsheim-Fünfhaus, der am nördlichen Ufer des Flusses Wien liegt. Er war 85 Jahre alt. Er ist einer von vielen großen österreichischen Genrekünstlern wie Leopold Gottlieb, Maurycy Gottlieb, Isidor Kaufmann, Lazar Krestin, Leopold Pilichowski und Itshak Holtz.