Christopher Stott
Chris Stott gehört zu einer neuen Generation gegenständlicher Maler, die das Genre auf fantastische Weise vorantreiben. Auf den ersten Blick sind Stotts Gemälde elegante, raffinierte Kompositionen von Objekten auf einem monochromen Hintergrund. Aber wenn man etwas tiefer gräbt, fällt der Betrachter in ein Kaninchenloch der Symbolik, das ganz in der Tradition der frühen niederländischen Meister der Stilllebenmalerei steht. Die Objekte, die Stott malt, wie alte Bücher, Schreibmaschinen, Telefone, Ventilatoren, Uhren und Kameras, werden nicht nur wegen ihres schönen Designs ausgewählt, sondern auch wegen ihrer Bedeutung: Bücher und Schreibmaschinen stehen für das Erzählen von Geschichten, Uhren für das Vergehen der Zeit, Kameras für das Festhalten eines Augenblicks und Telefone für Kommunikation. Sogar die Uhrzeit auf den Uhren und der Lichteinfall auf den Gemälden sind beabsichtigt. Stott konstruiert in den Gemälden seine eigenen Geschichten, aber er zapft auch unsere Erinnerungen an und schafft so ein vielschichtiges Seherlebnis. Nachdem er 2003 an der University of Saskatchewan, Kanada, seinen Bachelor of Fine Arts mit Auszeichnung und einer herausragenden Ausstellung erhalten hatte, arbeitete er in der Fotografieabteilung der Universität. Nachdem er in die sich schnell verändernde und technische Welt der Fotografie eingetaucht war, verließ er sie, um sich der Malerei zuzuwenden, wo die digitale Welt ausgeschlossen und die traditionellen Öltechniken geehrt wurden. In den folgenden Jahren lernte und übte er und baute seine Fähigkeiten aus, was er auch heute noch mit einer regen Studiotätigkeit tut. Stotts Arbeiten sind fast schon Objektporträts, bei denen er traditionelle Stilllebenkompositionen und Lichtverhältnisse anwendet, sich aber über das altehrwürdige Sujet hinauswagt. Durch die Hinzufügung von Retro-, Vintage- und antiken Objekten wie Telefonen, Schreibmaschinen, Ventilatoren und Weckern verknüpft Stott Altes mit Neuem und wendet eine subtile Erzählweise auf seine Arbeit an, oft mit einem leisen Sinn für Humor. Die banalen und gewöhnlichen Sujets seines Werks werden auf feierliche Weise gemalt, indem sie zu ikonischen Überbleibseln der gar nicht so fernen Vergangenheit werden. Mit einfachen, aber kühnen Kompositionen in Variationen von Grau-, Neutral- und Weißtönen. Die Gemälde zeichnen sich durch Wiederholung, Rhythmus und die Betonung der geometrischen Grundformen der Sujets aus, wobei sie den Finger am Puls der zeitgenössischen gegenständlichen Kunst haben. Stott lebt und arbeitet in British Columbia in einem eigenen Studio mit seiner Frau und seinen beiden Kindern.