Rolf Hans
Frankfurt 1938 - 1996 Basel
Abbildung XXV, 1995
Holzskulpturen
signiert, datiert und betitelt auf der Unterseite
126 x 24 x 26 cm
Die Skulpturen werden von einem Katalog über den Künstler begleitet.
Schriftlich bestätigte Echtheit
Provenienz: Nachlass des Künstlers
Rolf Hans begann in den frühen 1970er Jahren mit dem Design von Objekten. Es handelt sich um kleine Skulpturen, die er aus Eisenrohren mit runden oder quadratischen Profilen zusammensetzt. Mit ihnen wollte er eine neue, dreidimensionale Erfahrungswirklichkeit schaffen, parallel zu seinen Gemälden, die er zur gleichen Zeit schuf.
1987 kehrte Hans zur Bildhauerei zurück. Er betrachtete den Arbeitsprozess nicht mehr als bewusste Konstruktion, sondern ließ sich von dem leiten, was gegeben war. Und wie bei seinen Gemälden entstanden seine Objekte nun aus einer inneren Notwendigkeit heraus, nicht um ein intellektuelles Vakuum zu füllen. "Dieser Zwang hat mich seit Jahrzehnten im Griff, und seit einigen Jahren versuche ich, ihn mit dem Zyklus 'Poesie der Dinge' zu stillen. Das intellektuelle Klima war reif."
So konzentrierte sich Hans im letzten Jahrzehnt seines Lebens auf die Arbeit am Skulpturenzyklus. Und wie in einem Rausch schöpft er aus den neuen Möglichkeiten, die ihm die Gestaltung der Objekte bietet: "Die Poesie der Dinge wächst, sie verschlingt meine ganze Zeit, vieles wird vernachlässigt, kaum Briefe, das Tagebuch schweigt weitgehend, Konzertbesuche beschränken sich auf das Wesentliche. Es entsteht ein Zwang, und doch begann es als Spiel, aber die Experimente waren immer eine ernste Angelegenheit, die den ganzen Menschen forderte. [...] Die Objekte haben sich in meinen rationalen Verstand eingeschlichen, vorsichtig und unbemerkt, sie beanspruchen ihren Platz, nehmen ihn ein, werden Teil meiner selbst."
"Es ist eine schwierige Sache mit der Kunst. Wenn man sich seine Vorgänger ansieht, versucht man, seinen Weg zu finden, der Zeitgeist und seine Ästhetik beeinflussen die Richtung, man weiß um die Unzufriedenheit, in der man sich bewegt. Jetzt, inmitten der "Poesie der Dinge", gibt es ein Gefühl der Freiheit, das jedoch eng mit vielem verbunden ist, was vorher war. Es gibt kein Programm, nur einen Titel, der jedem Werk seine Freiheit lässt".
Doch trotz der Vorbilder, die er vor Augen hat, gelingt es Hans von Anfang an, mit seinem Objektzyklus seine ganz eigenen Ausdrucksmöglichkeiten zu finden. Was ihn mit Max Ernst, Brancusi und Duchamp verbindet, ist einzig und allein das MATERIAL: gefundene Objekte.
Dabei handelt es sich um ganz alltägliche Dinge des Lebens - einst notwendige, nützliche und praktische Gegenstände wie Werkzeuge, Utensilien und Geräte -, die ihrer Funktion beraubt wurden und nun als Tor zur Fantasie des Künstlers dienen.
Auf diese Weise entzieht Hans den Dingen ihre bisherige, traditionelle Funktion oder ihren archaischen Zweck und transportiert sie in eine andere, neue Realität, um ihnen neues Leben einzuhauchen. Dabei will er die vorgefundene Form nicht leugnen, ohne sie zu ästhetisieren. Indem er ihre "angeborene" Struktur, ihre Abnutzungserscheinungen und ihre Farbe nur geringfügig verändert, versucht er, ihre Bedeutung und ihren Zweck als Form hervorzuheben und ihre inhärente Ausstrahlung neu zu definieren.
Die Objekte werden bearbeitet, sind gezwungen, in der Auseinandersetzung mit dem Künstler ihre einzigartigen Eigenschaften zu offenbaren und in Verbindung mit anderen Objekten neue Aussagen zu machen.
Auf diese Weise präsentiert Hans die abstrakten Symmetrien der Holz- und Metallobjekte auf eine nicht künstliche Art und Weise, indem er sie in Übereinstimmung mit der künstlerischen Tradition auf einen Sockel stellt. Außerdem integriert er sie in das Werk. Als unterste Komponente bereitet der Sockel den Betrachter nicht nur auf die Skulptur vor, sondern lockert oder stärkt auch deren Verbindung zur Erde. Indem er sie aufrichtet, gibt er den Skulpturen ein weiteres Eigenleben, sozusagen eine zweite Existenz, und verleiht ihnen eine neue Identität mit einem neuen Namen. "Sie offenbaren ihre Persönlichkeiten, manche mehr als andere, wie es im Leben und in der Kunst der Fall ist". Was sie alle gemeinsam haben, ist ihr Einfluss aus der Vergangenheit auf das Hier und Jetzt. Dabei offenbaren sie ihre ursprüngliche Schönheit und die Mystik, die unsere Fantasie beflügelt.
So ambivalent die Skulpturen und Objekte von Rolf Hans auch auf uns wirken mögen, sie tun es nie laut oder exaltiert. Mit ihrem ausgewogenen und schlichten Erscheinungsbild nehmen sie leise und sanft, aber bestimmt, Kontakt mit uns auf. Sie fordern uns auf seltsame Weise immer wieder auf, Fragen zu stellen: Wer bin ich? Woher komme ich? Wohin soll ich gehen? Sie bieten uns keine Anhaltspunkte, die uns helfen könnten, diese Fragen zu beantworten. Stattdessen geben sie uns umso mehr Raum für Assoziationen und Phantasie. Sie appellieren an unser Unterbewusstsein. Sie laden uns zum Verweilen und Meditieren ein: Es ist der vertraute Anfang und der unbewusste Aufbruch in die Geheimnisse der Schöpfung.
Ausstellungen (Auswahl)
2025 Galerie Blaszczyk, Bad Homburg "I Colori Delle Centovalli"
2024 Galerie Jörg Schumacher, Frankfurt
2023 Kunsthandel Draheim, position berlin kunstmesse
2023 Galerie Jörg Schuhmacher, Frankfurt am Main "Rolf Hans-Farbenspiel"
2022 Galerie Michael Blaszczyk, Bad Homburg, Rolf Hans, "Einblicke Hommage & Reflexion"
2021 Galerie Jörg Schumacher, Frankfurt am Main "Rolf Hans-Farbwelten"
2021 Galerie Michael Blaszczyk, Bad Homburg "Sprache der Farben-Das Baseler Kabinett"
2020 Malte Ueckermann Kunsthandel, Berlin,
Kanalidarte, Brescia "Che cosa avrebbe detto Hegel_ROLF HANS... e la Poesia della cose", Italien
Kunsthandel Draheim "art Karlsruhe", "Poesie der Dinge"
2019 Galerie Jörg Schuhmacher, Frankfurt am Main, Galerie Blaszczyk, Bad Homberg
2018 Art Karlsruhe, Kunsthandel Draheim, Wiesbaden, Farbfelder 2018 Galerie Dekker, Baden-Baden, Retrospektive Galerie Blaszczyk, Bad Homburg
2017 Galerie Eklektik, Monte Carlo, Monaco
2016 Galerie Schuhmacher, Frankfurt am Main 2016 Galerie Cerny & Partner, Wiesbaden (Sprache der Farben) Art Karlsruhe, Kunsthandel Draheim, Wiesbaden (Tachistische Malerei + Eisenskulpturen) Galerie Rainer Klimczak, Viersen Galerie Schuhmacher, Frankfurt a.M. (Schwarz auf Weiß) 2015 Galerie Blaszczyk, Bad Homburg art Karlsruhe, one Artist show (Galerie Cerny und Partner) Gallery Eklektik, Monte Carlo, Monaco
2014 Galerie Jörg Schuhmacher, Frankfurt am Main (Eine Retrospektive-1) Galerie Tristan Lorenz, Frankfurt am Main (Eine Retrospektive-2) Hellhof Galerie, Kronberg im Taunus (Werke von 1960 - 1980) Kunstmesse, Köln, Monochrome Malerei (Galerie & Kunsthandel Draheim, Wiesbaden)
2013 Kunsthandel Thole Rotermund, Hamburg (Im Kraftfeld der Farbe) + Katalog Galerie & Kunsthandel Draheim, Wiesbaden (Malerei & Skulptur 1970 - 1990)
2012 art KARLSRUHE, eine Künstlerausstellung (Galerie & Kunsthandel Draheim, Wiesbaden ) 2011 Galerie & Kunsthandel Draheim, Wiesbaden (Im Rausch der Farben - Arbeiten der 60iger Jahre)
2009 Ketterer Kunst, Berlin (Rolf Hans - Malerei und Skulptur) Kunsthandel Michael Draheim, Wiesbaden (Rolf Hans - Poesie der Dinge)
2008 Galerie Art Mayence, Mainz (Rolf Hans - Farbensprache) Galerie Jörg Schuhmacher, Frankfurt a. M. (Rolf Hans) Galerie Winterberg, München (Rolf Hans - Die Sprache der Farben) Galerie Jörg Schuhmacher, Frankfurt a.M., Art Karlsruhe (Rolf Hans - eine Künstlerausstellung)
2007 Galerie Jörg Schuhmacher, Frankfurt a. M. ("Rolf Hans im Spannungsfeld der 'Quadriga'") 2001 Kunstraum Aare, Olten ("Rolf Hans - Bilder, Skulpturen, Fotografien") 1999 'Kunst im Liebrüti', Kaiseraugst ("Martin Frigg und Rolf Hans") 1992 Kommunale Galerie, Schlangenbad ("Gabriele Schmolk-Hieber, Bilder - Rolf Hans, Objekte")
1991 Museum Schloß Salder, Salzgitter ("Poesie der Dinge") 1990 Galerie Brechbühl, Grenchen ("Poesie der Dinge") 1985 1985 Galerie Toni Brechbühl, Grenchen ("Zwei Freunde, Han-Kan, Mailand - Rolf Hans, Basel") Galerie Toni Brechbühl, Grenchen ("Rolf Hans - Ölbilder 1983-1985") 1981
1981 Galerie Toni Brechbühl, Grenchen ("Rolf Hans - Rolf Brunner - Michelle Hänggi") SWB Forum, Bern ("Frans Webering, Plexiglasobjekte - Rolf Hans, Aquarelle")
1978 1978 Galerie Toni Brechbühl, Grenchen ("30 Jahre Galerie Toni Brechbühl")
1977 Galerie Toni Brechbühl, Grenchen "Art" 8/77, Basel (Galerie Toni Brechbühl, Grenchen)
1975 "Art Basel" 6/75, Basel (Galerie Toni Brechbühl, Grenchen) Galerie Chutz in Solthurn (Ölbilder, Gouachen) 1966 Galerie Toni Brechbühl, Grenchen (Aquarelle)
1964 Galerie Toni Brechbühl, Grenchen (Zeichnungen, Gouachen, Ölbilder)
Werke von Rolf Hans befinden sich in privaten und öffentlichen Sammlungen