Auflage von 8 Ex.
Signiert und nummeriert von der Künstlerin HC 1/2
Dieses Werk ist im Archiv von Denyse Durand-Ruel unter der Nummer 3119 verzeichnet.
César Baldaccini (1921 - 1998) ist einer der großen Bildhauer des zwanzigsten Jahrhunderts. Als junger Mann setzte er sich für eine Kunst ein, die fest in der Realität verankert war, als Gegengewicht zur lyrischen, abstrakten Malerei seiner Zeit.
Er hat rostige Bolzen, Schrauben, Altmetall und Stahldraht in biomorphe Skulpturen verwandelt, die von Hühnern auf Rollschuhen bis hin zu Selbstporträts des Künstlers alles darstellen. In seinen magischen Händen wurden Metall vom Schrottplatz, alte Autoteile, ausrangierte Dosen und Plexiglas zu reizvollen kubistischen Kunstwerken verdichtet, die César selbst als "Komprimierungen" bezeichnet hat. Als eine Art Gegenpol dazu experimentierte er mit der Ausdehnung von Kunststoffen, Glas, Aluminium und Bronze zu üppig aufgeblähten Formen, die als "Expansionen" bezeichnet werden.
Unter Césars Abgüssen von Brüsten, weiblichen Torsi und geballten Fäusten ist es vor allem der Daumen, der sich als Markenzeichen des Künstlers herauskristallisiert hat - sein eigener, stark vergrößerter Daumen in Bronze. Erstmals 1965 in der Galerie Claude Bernard in Paris ausgestellt, ist es heute - in Bronze oder Marmor - in Museen und öffentlichen Einrichtungen auf der ganzen Welt zu sehen. Sein größter bronzener Daumen, der 12 Meter hoch ist, steht in La Défense in Paris. In ähnlicher Weise wird die Unterschrift des Künstlers immer von seinem Daumenabdruck begleitet.
Der 1921 in Marseille geborene César verließ bereits im Alter von 12 Jahren die Schule, um in der Weinhandlung seines Vaters zu arbeiten. Im Jahr 1935 schrieb er sich jedoch an der École des Beaux Arts in Marseille ein. 1943 setzte er sein Kunststudium an der École Nationale Supérieure des Beaux Arts in Paris fort und wohnte eine Zeit lang mit Alberto Giacometti zusammen. 1960 wurde er in die Künstlergruppe "les Nouveaux Réalistes" eingeladen, wo er mit Arman, Pierre Restany, Niki de Saint Phalle, Jean Tinguely und anderen zusammenarbeitete.
Césars Genialität liegt in seiner Fähigkeit, aus jedem beliebigen MATERIAL künstlerische Formen zu entlocken. "Als ich ein Kind war", erinnert er sich, "dachte ich immer, dass ein Bildhauer ein Mann ist, der mit Hammer und Meißel auf Stein einhackt. Erst später habe ich verstanden, dass man aus jedem MATERIAL, das man sich aussucht, Skulpturen machen kann."
Anfang der 1940er Jahre entdeckte César die Möglichkeiten, die ihm der Schrott bot, und seine erste Einzelausstellung "Animaux en ferraille" (Tiere aus Schrott) fand 1954 in der Galerie Lucien Durand in Paris statt.
"Ich wähle meine Materialien nicht nach einem bestimmten Motiv aus", sagte er einmal. "Es ist das MATERIAL selbst, das den Ausdruck, den ich meinen Skulpturen gebe, prägt."