"Die tiefe gestische Beziehung des Menschen zu den Objekten, die seine Integration in die Welt, in die sozialen Strukturen verkörpert, kann eine höchst erfüllende sein, und diese Erfüllung ist in der Schönheit - dem 'Stil' - der Beziehung in ihrer Gegenseitigkeit erkennbar."
-Jean Baudrillard, Das System der Objekte (1996)
Das Klischee "des einen Müll ist des anderen Schatz" entfaltet sein poetisches Potenzial in den Arbeiten von Zeke Moores, der Wertesysteme hinterfragt und "die sozialen und politischen Ökonomien von Alltagsgegenständen" ans Licht bringt. In Discards erforscht Moores keine großen Transport- oder Gebrauchsgegenstände, wie er es in der Vergangenheit getan hat, sondern einige der banalsten und unauffälligsten Objekte: Propantanks, Styroporplatten, Schlackensteine, die Deckel von massenproduzierten Plastikmülleimern, heruntergekommene Pappkartons. Die aus Aluminium und Bronze gegossenen skulpturalen Werke in Discards zeigen überwiegend gedämpfte Metalltöne und keine Lichtbrechungen (wie in Moores' denkwürdiger Skulptur Dumpster von 2010, die 2015 auf der Art Mûr ausgestellt wurde). Nahezu nahtlos geben sich die Skulpturen als die Objekte aus, die sie vorgeben zu sein, und bieten eine Art Tarnung, die nur durch ihren leichten Glanz und das nebeneinander liegende Galeriesetting verraten wird. In der Begegnung zwischen Kunstwerk und Betrachter führen die Skulpturen ein Zeichenwirrwarr durch, das die Grenzen zwischen Kunstobjekt und Gebrauchsgegenstand verwischt und eingefahrene soziale und ökonomische Wertehierarchien aufbricht.
Als gelernter Schmied und Gießer hat Moores' Auseinandersetzung mit der Materialität in seinen Werken eine fast alchemistische Qualität. In Sign (2013) beispielsweise führt die besondere optische Textur, die Moores durch die Anordnung unregelmäßiger Formen erzielt, dazu, dass die Oberfläche der Skulptur nicht nur an Holzspäne erinnert, sondern diese auch simuliert. In der Tat könnte man das Objekt eher als Spanplatte dechiffrieren, auf die der Künstler eine Schicht Aerosolfarbe gesprüht hat, als als Aluminium, dessen glatte und glatte Textur für seine Beschaffenheit notwendig erscheint. In ähnlicher Weise sind in Untitled (Styrofoam) die vertrauten kugelförmigen Perlen, aus denen das alltägliche Verpackungsmaterial besteht, sofort erkennbar, was die Erkenntnis, dass es sich bei diesem skulpturalen Objekt (das wie ein Gemälde an der Wand befestigt ist) gar nicht um Styropor handelt, fast unvorstellbar macht. Die Disjunktion zwischen sprachlichen Signifikanten (Titel seiner Kunstwerke und didaktische Informationen) und visuellen Signifikanten in Moores' Werken ist nicht nur politisch produktiv, sondern auch ein wahrer sensorischer Genuss für jeden, der das Glück hat, seinen bezaubernden ontologischen Zaubertricks zu begegnen.
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Ursprünglich aus Neufundland stammend, lebt und arbeitet Zeke Moores derzeit in Windsor, Ontario. Moores hat einen BFA-Abschluss des Nova Scotia College of Art and Design und schloss 2005 das MFA-Programm an der University of Windsor, Ontario, ab.