William Grauer (1896–1985)
Ohne Titel (Mexiko: Häuser in den Bergen)
Tusche und Aquarell auf Papier, um 1960
Signiert mit Tinte unten rechts (siehe Foto)
Ein dramatischer Anblick in Mexiko mit einer Herde grasender Ziegen im Vordergrund.
Zustand: Ausgezeichnet
Bild-/Blattgröße: 10 3/4 x 13 3/4 Zoll
Provenienz: Nachlass des Künstlers
Gretchen Grauer Vanderhoof (1930–2022), seine Tochter
William C. Grauer (1895–1985)
William C. Grauer war ein US-amerikanischer Maler, Wandmaler und Pädagoge und gehörte zu den führenden Persönlichkeiten der Entwicklung der modernen Kunst in Cleveland im 20. Jahrhundert. Er wurde am 2. Dezember 1895 in Philadelphia geboren und studierte an der Pennsylvania Museum School of Industrial Art, bevor er im Ersten Weltkrieg in Frankreich diente. 1927 ließ er sich in Cleveland nieder, wo er sich sowohl als Künstler als auch als Lehrer einen Namen machte. Zusammen mit seiner Frau, der Künstlerin Natalie Eynon Grauer, wurde er zu einer prägenden Kraft im kulturellen Leben der Region. Grauer und Eynon gründeten die Kunstabteilung am Cleveland College der Western Reserve University und prägten durch ihre Lehrtätigkeit und ihr Engagement Generationen von Künstlern.
Grauer erlangte Anerkennung als Landschaftsmaler und Wandmaler, dessen Werk sich von regionalistischen und der „American Scene“ entlehnten Motiven in seinen späteren Jahren zu einem abstrakteren Stil entwickelte. In seinen Gemälden stellte er häufig die Industrie- und ländlichen Landschaften von Ohio und West Virginia dar, die er mit einem ausgeprägten Sinn für Komposition und Farbgebung wiedergab. Im Laufe seiner Karriere stellte er vielfach aus und wurde zu einer festen Größe bei den jährlichen „May Show“-Ausstellungen im Cleveland Museum of Art, an denen er über einen Zeitraum von fast sechs Jahrzehnten an fünfundfünfzig Ausgaben teilnahm.
Im Jahr 1932 wurde Grauer beauftragt, Wandgemälde für das historische „President’s Cottage“ im „The Greenbrier“ in White Sulphur Springs, West Virginia, zu malen. Der Erfolg dieses Projekts veranlasste Grauer und Natalie Eynon dazu, die Greenbrier Art Colony zu gründen, die auch als Old White Art Colony, School and Gallery bekannt war und in den Sommern von 1934 bis 1940 bestand. Die Coloni zog Studenten aus der ganzen Region an und entwickelte sich zu einer der bedeutendsten saisonalen Kunstschulen in den Appalachen. Grauer schuf außerdem Wandgemälde für die West-Virginia-Ausstellungen auf der „Century of Progress“-Ausstellung in Chicago (1933) und der Weltausstellung in New York (1939). Mehrere erhaltene Wandgemälde im „The Greenbrier“ zeigen Szenen aus der Geschichte von White Sulphur Springs, darunter das Kurleben des 19. Jahrhunderts, Virginia-Reel-Tänze und Motive aus dem Bürgerkrieg, die mit der Vergangenheit des Kurorts in Verbindung stehen.
Grauers Werke sind in zahlreichen öffentlichen Sammlungen vertreten. Zu den Sammlungen gehören das Smithsonian American Art Museum, das das Gemälde „Brick Kilns“ (ca. 1927–1929) besitzt, sowie das Cleveland Museum of Art, in dessen Bestand Gemälde wie „Ohio Landscape“ (1937) und „Prairie“ (1956) enthalten sind. Die Wandgemälde, die aus dem historischen Schofield Building in Cleveland entfernt wurden, werden von der Western Reserve Historical Society aufbewahrt. Seine Gemälde fanden zudem Eingang in zahlreiche private und institutionelle Sammlungen in ganz Ohio und West Virginia.
Grauer ging 1966 an der Western Reserve University in den Ruhestand, malte jedoch weiter und gab Privatunterricht. Er starb am 6. April 1985 und hinterließ ein Vermächtnis als Maler, Wandmaler, Pädagoge und Gründer der Greenbrier Art Colony, einer Einrichtung, die eine bedeutende Rolle im kulturellen Leben der Appalachen und des amerikanischen Mittleren Westens spielte.
Grauers Verbindung zur Greenbrier Art Colony gilt weithin als eine seiner bedeutendsten historischen Leistungen. Die Kolonie, die er Mitte der 1930er Jahre gemeinsam mit seiner Frau Natalie Eynon Grauer im Resort „The Greenbrier“ in White Sulphur Springs, West Virginia, gründete, entwickelte sich zu einem bedeutenden Zentrum für künstlerische Ausbildung und kulturellen Austausch in den Appalachen. Durch die Sommerschule und deren Ausstellungen trug Grauer dazu bei, die in Cleveland entstehenden modernistischen Traditionen mit dem künstlerischen Leben in West Virginia zu verbinden, und schuf so ein regionales Netzwerk, das Generationen von Künstlern und Studenten prägte. Die Greenbrier Art Colony ist nach wie vor ein wichtiges Kapitel in der Geschichte der regionalen Kunstpädagogik in den USA und spielt eine zentrale Rolle in Grauers Vermächtnis sowohl als Künstler als auch als Lehrer.