Ein Paar schöne Art-Deco-Kerzenleuchter mit erstaunlicher Glasur.
Hergestellt von Harald Östergren für Upsala Ekeby in Schweden, 1930er Jahre.
Toller Originalzustand - keine Chips, Risse oder Sprünge.
Mit Originalaufkleber mit Herstellermarke versehen.
Harald Östergren (1888-1974) war ein schwedischer Keramikkünstler, Maler, Designer und Pädagoge, dessen Werk eine wichtige Rolle bei der Entwicklung der künstlerischen Keramik in der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts spielte. Er gehörte zu der Generation, die das schwedische Töpferhandwerk von einem reinen Gebrauchshandwerk in eine anerkannte Kunstdisziplin umwandelte, und ist vor allem durch seine langjährige Zusammenarbeit mit Upsala-Ekeby bekannt. Mit seinen innovativen Formen, dekorativen Experimenten und seinem Engagement für handwerkliches Können hat Östergren die visuelle Sprache der schwedischen Keramik in einer prägenden Phase ihrer Geschichte mitgestaltet.
Der 1888 in Stockholm geborene Östergren machte zunächst eine Ausbildung zum Maler und studierte an der Königlichen Akademie der Schönen Künste. Auf der Suche nach einer Erweiterung seines künstlerischen Horizonts setzte er seine Ausbildung in Deutschland fort, wo er ein besonderes Interesse an Keramik und Keramiktechnologie entwickelte. Diese Kombination aus akademischer künstlerischer Ausbildung und keramischem Fachwissen wurde zu einem bestimmenden Merkmal seiner Karriere und ermöglichte es ihm, sich selbstbewusst zwischen den Welten der bildenden Kunst und des angewandten Designs zu bewegen.
Bevor er zu Upsala-Ekeby kam, arbeitete Östergren unabhängig und betrieb zusammen mit seinen Künstlerkollegen Gabriel Burmeister und Edvin Ollers eine Keramikwerkstatt in Vittinge. Diese frühen Jahre waren geprägt von Experimenten und der Suche nach neuen künstlerischen Ausdrucksformen mit dem Medium Ton. Diese Erfahrung vermittelte ihm ein praktisches Verständnis der Keramikproduktion und stärkte gleichzeitig sein Interesse an Form, Oberfläche und Glasur.
Im Jahr 1923 begann Östergren eine vierundzwanzigjährige Zusammenarbeit mit Upsala-Ekeby, einem der wichtigsten schwedischen Keramikhersteller. Während seiner Amtszeit, die bis 1947 dauerte, war er nicht nur als Designer, sondern zeitweise auch als künstlerischer Leiter tätig. Sein Einfluss erstreckte sich auf einen Großteil der Produktion der Fabrik, von einzigartigen Kunstwerken bis hin zu alltäglichen Haushaltswaren. Tatsächlich werden viele der nicht gekennzeichneten Keramiken der Fabrik aus den 1920er, 1930er und 1940er Jahren heute Östergren zugeschrieben, was die Breite seines Beitrags zur Produktion des Unternehmens widerspiegelt.
Östergrens Keramiken zeichnen sich durch starke Silhouetten, sorgfältig ausbalancierte Proportionen und ein großes Interesse an historischen Keramiktraditionen aus. Er ließ sich von antiker griechischer Keramik, afrikanischer Keramik und anderen außereuropäischen Dekortraditionen inspirieren und interpretierte diese Einflüsse durch eine eindeutig skandinavische Brille. Seine Gefäße verbinden oft klassische Zurückhaltung mit ausdrucksstarken Oberflächenbehandlungen und schaffen Objekte, die sowohl zeitlos als auch modern wirken.
Besonders hervorzuheben ist seine Fähigkeit, in einer Vielzahl von Stilen zu arbeiten. Einige Stücke zeigen die geometrische Eleganz des Art déco, während andere einen eher rustikalen und handwerklichen Charakter aufweisen. Seine Formen betonen häufig eher das Volumen und die Konturen als aufwendige Ornamente, so dass die Form des Objekts selbst zum primären Ausdrucksmittel wird. Dieser skulpturale Ansatz spiegelt seinen Hintergrund als Maler und Modellbauer wider.
Neben seiner Arbeit als Designer war Östergren auch ein einflussreicher Lehrer. Viele Jahre lang unterrichtete er Modellieren an der Technischen Schule in Uppsala und half dabei, eine jüngere Generation von Künstlern und Handwerkern auszubilden. Sowohl durch seine Lehrtätigkeit als auch durch seine Arbeit in der Fabrik trug er zur Weitergabe des keramischen Wissens in einer Zeit der raschen künstlerischen und industriellen Entwicklung in Schweden bei.
Obwohl spätere Generationen Upsala-Ekeby oft mit Designern wie Anna-Lisa Thomson, Mari Simmulson und Vicke Lindstrand in Verbindung brachten, gehörte Östergren zu der Gruppe, die den Grundstein für den künstlerischen Erfolg der Fabrik legte. Seine Entwürfe trugen dazu bei, den Ruf des Unternehmens zu begründen, handwerkliche Qualität mit fortschrittlichen künstlerischen Idealen zu verbinden, und sein Einfluss blieb noch lange nach seinem Ausscheiden aus der Fabrik sichtbar.
Als Harald Östergren 1974 starb, hinterließ er ein Werk, das sowohl von künstlerischer Vielseitigkeit als auch von technischer Meisterschaft zeugt. Heute werden seine Keramiken zunehmend von Sammlern und Historikern geschätzt, die ihre Bedeutung für die Entwicklung der schwedischen Töpferkunst anerkennen. Ob in Form einer kühn modellierten Vase, einer dekorativen Schale oder eines einzigartigen Ausstellungsstücks, seine Arbeiten zeigen einen Künstler, der sich der Erforschung der Ausdrucksmöglichkeiten von Ton verschrieben hat und gleichzeitig tief in den Traditionen des Kunsthandwerks verwurzelt ist. In seiner langen Karriere hat Östergren ein wichtiges Kapitel in der Geschichte der schwedischen Keramik mitgestaltet und sich seinen Platz unter den Pionieren der skandinavischen Keramikkunst gesichert.