Paar Bronzeskulpturen Uomini topo, entworfen und hergestellt von Andrea Branzi in den Jahren 1988-1990 für Alchimia.
Biografie
Der italienische Architekt, Designer und Pädagoge Andrea Branzi war sein Leben lang fasziniert von der Art und Weise, wie Menschen mit Objekten interagieren, und versuchte, Design und Architektur mit den sich wandelnden Herausforderungen der heutigen Gesellschaft in Einklang zu bringen. Als führender Theoretiker trug Branzi einen analytischen und akademischen Ansatz zu diesem Fachgebiet bei.
Der 1938 in Florenz geborene Branzi studierte an der Hochschule für Architektur in Florenz und erhielt 1966 seinen Abschluss. Von 1964 bis 1974 war er Gründungsmitglied der experimentellen Gruppe Archizoom, die unter anderem die bahnbrechende No-Stop-City konzipierte. Branzi war ein wichtiges Mitglied des 1976 gegründeten Studio Alchimia und schloss sich in den frühen 1980er Jahren der Memphis Group an.
In den 1980er Jahren wendet sich Branzi von der vorherrschenden, stark stilisierten Ästhetik des postmodernen Designs ab. Der wichtigste Ausdruck dieser neuen Richtung war seine bahnbrechende Serie Animali Domestici (1985-1986), die geradlinige Formen zeigt, die von unfertigen Stämmen, Stangen und Holzabfällen durchschnitten werden, in dem Versuch, das Künstliche und das Natürliche in ein Gleichgewicht zu bringen.
Branzi zeichnete sich als Mitbegründer der Domus Academy, der ersten internationalen Postgraduiertenschule für Design, aus und war bis 2009 Professor und Vorsitzender der Schule für Innenarchitektur am Politecnico di Milano. Er wurde dreimal mit dem Compasso d'Oro ausgezeichnet, der 1979, 1987 und 1995 für Einzel- oder Gruppenleistungen verliehen wurde. Im Jahr 2008 wurde Branzi im Vereinigten Königreich zum Honorary Royal Designer ernannt und erhielt die Ehrendoktorwürde der La Sapienza in Rom. Im selben Jahr wurde sein Werk in einer Installation in der Fondation Cartier, Paris, ausgestellt. Im Jahr 2018 erhielt Branzi den renommierten Rolf-Schock-Preis für Bildende Kunst der Schwedischen Königlichen Akademie der Schönen Künste.
Branzis Werke befinden sich in den ständigen Sammlungen des Centre Georges Pompidou, Paris, Frankreich; Centro Studi e Archivio della Comunicazione dell'Università di Parma, Italien; Cooper Hewitt, Smithsonian Design Museum, USA; Fondation Cartier pour l'art contemporain, Paris, Frankreich; Le Fonds Régional d'art contemporain (FRAC), Orleans, Frankreich; Design Museum Gent, Belgien; Metropolitan Museum of Art, USA; Museum Boijmans Van Beuningen, Rotterdam, Niederlande; Musée des Arts décoratifs, Paris, Frankreich; Musée des Beaux-Arts, Montreal, Kanada; Museo del Design Italiano, Triennale di Milano, Italien; Museum of Fine Arts, Houston, USA; Museum of Modern Art, USA; Stedelijk Museum, Amsterdam, Niederlande; Victoria & Albert Museum, London, Vereinigtes Königreich; Vitra Design Museum, Weil-am-Rhein, Deutschland u. a..
Andrea Branzi ist im Oktober 2023 verstorben.