Eine außergewöhnlich raffinierte französische Kaminuhr aus vergoldeter Bronze im Stil des Louis-XVI-Revivals, die dem berühmten Pariser Bronzegießer Ferdinand Barbedienne zugeschrieben wird. Die Uhr wurde höchstwahrscheinlich während der Zeit des Zweiten Kaiserreichs (Napoléon III.) zwischen etwa 1852 und 1870 hergestellt, als aufwendig gegossene neoklassizistische Bronzeobjekte dieser Qualität zu den erlesensten Luxusartikeln aus Paris zählten.
Das runde, weiß emaillierte Zifferblatt wird von einer fein gegossenen Lünette aus vergoldeter Bronze eingerahmt und verfügt über römische Stundenziffern, eine äußere Minutenskala mit arabischen Ziffern sowie durchbrochene Zeiger aus vergoldetem Metall. Der untere verglaste Bereich gibt den Blick auf ein kunstvoll gestaltetes Pendel in Form einer Sonnenmaske frei, das innerhalb der offenen architektonischen Struktur einen besonders eindrucksvollen optischen Effekt erzeugt.
Die Zuschreibung an Ferdinand Barbedienne stützt sich auf einen eingehenden Vergleich mit dokumentierten Exemplaren desselben Modells, bei denen das ursprünglich signierte Emaille-Zifferblatt mit der Signatur „F.“ erhalten geblieben ist. „Barbedienne, Paris.“ Die vorliegende Uhr weist dasselbe Gehäuse aus Architekturbronze, dieselbe dekorative Gestaltung, dieselben Proportionen, denselben Urnenaufsatz, dieselbe drapierte Lünette, dieselbe abgeschrägte, verglaste Konstruktion, dieselben kannelierten Säulen, dasselbe Sonnenmaskenpendel, denselben Zifferblattaufbau und dasselbe Zeigerdesign auf. Im vorliegenden Beispiel scheint die Signatur im Laufe der Zeit abgenutzt zu sein, obwohl ihre ursprüngliche Position genau mit den dokumentierten signierten Exemplaren übereinstimmt. Die Zuschreibung ist daher als gut belegt anzusehen, auch wenn sie nicht durch eine erhaltene Signatur des Künstlers endgültig bestätigt ist.
Das runde Messingwerk ist mit der Prägung „Ed.“ versehen. „Minart“ und mit der Nummer 6199. Ed. Minart ist als Lieferant von Uhrwerken für hochwertige französische Kaminuhren dokumentiert, darunter auch Exemplare, die mit Ferdinand Barbedienne in Verbindung stehen. Die Uhr ist mit einem Acht-Tage-Uhrwerk ausgestattet, das die Stunden und halben Stunden auf einer Glocke schlägt.
Das Uhrwerk wurde über einen Zeitraum von 24 Stunden getestet, und sowohl die Zeitmess- als auch die Schlagfunktionen funktionierten einwandfrei. Nach den Tests wurde die Uhr für die Lagerung und Ausstellung angehalten.
Das Gehäuse weist nach wie vor eine sehr ansprechende historische vergoldete Oberfläche auf, mit gut erhaltenen Ziergravuren und lediglich einer natürlichen, altersbedingten Verfärbung, geringfügigen Verdunkelungen sowie leichten Gebrauchsspuren. Die vier dicken, abgeschrägten Glasscheiben scheinen original zu sein und verleihen der Uhr eine elegante, juwelenartige architektonische Ausstrahlung.
Ein seltenes und äußerst kunstvolles Exemplar der französischen Bronzekunst des späten 19. Jahrhunderts, das skulpturale Qualität, feine mechanische Verarbeitung und eine eindeutige Zuordnung zu einem der bedeutendsten Pariser Bronzegießer dieser Zeit vereint.
Einzelheiten:
- • Künstler: Ferdinand Barbedienne zugeschrieben
- • Bewegung: Hrsg. Minart, Nummer 6199
- • Herkunft: Paris, Frankreich
- • Abmessungen: H: 44 cm (17 1/3 in) × B: 22 cm (8 2/3 in) × T: 15 cm (5 7/8 in)
- • Gewicht: 7.4 kg
Bedingung:
Die Uhr befindet sich in einem sehr guten antiken Zustand, der ihrem Alter entspricht. Das Gehäuse aus vergoldeter Bronze ist baulich noch intakt, und Sockel, Füße, Zierfriese sowie die wichtigsten Bronzeelemente sind gut erhalten und weisen keine nennenswerten Beschädigungen auf. Die historische vergoldete Oberfläche weist natürliche altersbedingte Abnutzungsspuren, leichte Verdunkelungen und patinierte Stellen auf, behält jedoch ihr kraftvolles und ansprechendes Gesamtbild bei.
Alle vier dicken, abgeschrägten Glasscheiben scheinen original zu sein. Die Seiten- und Frontwände sind im Allgemeinen gut erhalten. Die Heckscheibe weist einen leichten oberflächlichen Kratzer auf und lässt sich aufgrund eines kleinen Spaltes zwischen den inneren Halterungen leicht in ihrem Metallrahmen bewegen. Das Glas bleibt stabil, wenn die Uhr steht, und dies hat keinen Einfluss auf die Anzeige.
Das Emaille-Zifferblatt ist nach wie vor optisch ansprechend; in der Nähe der 45-Minuten- und 60-Minuten-Markierungen sind feine Haarrisse zu erkennen, dazu kommen geringfügige altersbedingte Abnutzungsspuren an der Oberfläche. Die gewölbte Frontscheibe scheint original zu sein und befindet sich in gutem Zustand.
Die vordere linke obere Ecke, die an einen der Eichelverzierungen angrenzt, weist eine kleine historische Verformung auf und ist im Vergleich zu den anderen Ecken leicht verbogen. Am Hammer, der auf die Glocke schlägt, sind Spuren einer älteren Lötstelle zu erkennen, was auf einen früheren mechanischen Eingriff hindeutet.
Zum Zeitpunkt der Katalogisierung wurde festgestellt, dass das Uhrwerk funktionsfähig war. Wie bei antiken Uhren üblich, wird sie als Sammlerstück verkauft, und es wird keine Garantie hinsichtlich der zukünftigen Funktionsfähigkeit oder der Ganggenauigkeit übernommen. Nach dem Transport oder der Installation können routinemäßige Einstellungen oder Wartungsarbeiten erforderlich sein. (Die Fotos sind Bestandteil der Beschreibung.)