Es handelt sich um eine seltene und beeindruckende niederländische Vase aus Delft aus dem späten 17. Jahrhundert in Blau und Weiß, die sich durch ihre markante achteckige Form und ihren charakteristischen, knubbeligen Hals auszeichnet. Es ist handbemalt in Kobaltblau auf weißem, zinnverglaster Untergrund und zeigt reich verzierte, chinesisch inspirierte Blumen- und Rankenmotive, die für frühe Delfter Keramik charakteristisch sind.
Mit einer Höhe von etwa 12 Zoll handelt es sich hierbei um ein ungewöhnlich massives Exemplar mit beachtlicher dekorativer Wirkung. Der achteckige Körper, der sich verjüngende Hals und der bauchige Knauf bilden eine elegante und unverwechselbare Silhouette, während die handgemalte Verzierung eine ansprechende Individualität aufweist, die typisch für die frühe Delfter Keramik ist.
Die Verzierung spiegelt den starken Einfluss des chinesischen Übergangs-Porzellans auf die niederländische Keramik im 17. Jahrhundert wider. Die Töpfer aus Delft entwickelten ihre eigene Interpretation der damals äußerst angesagten blau-weißen Ästhetik und stellten zinnverglaste Keramik her, die zu einer der bedeutendsten Formen der europäischen Zierkeramik wurde.
Die Vase besticht vor allem durch ihre originale, zeitgenössische Oberfläche, die den Charakter und die Gebrauchsspuren aufweist, die man von einem mehrere Jahrhunderte alten Stück erwartet. Es wäre ein beeindruckendes Ausstellungsstück für einen Sammler antiker Delfter Keramik, niederländischer Keramik oder früher europäischer, vom Porzellan inspirierter Töpferware.
MASSNAHMEN:
Höhe: ca. 12” (30,5 cm)
Breite: ca. 6” (15,2 cm)
Grundfläche: ca. 4¾”
Halsausschnitt: ca. 2”
GEWICHT: ca. 1,2 kg
CONDIT
Sehr guter, dem Alter entsprechender antiker Zustand. Die Vase weist eine ansprechende Originaloberfläche auf, mit geringfügigen Brennfehlern und einigen kleinen, historischen Abplatzungen am Rand des Bodens. Außerdem ist, wie auf den Fotos zu sehen ist, direkt am Rand des knopfartigen Abschnitts eine kleine Absplitterung zu erkennen.
Es sind keine größeren Risse oder nennenswerten Restaurierungsmaßnahmen festzustellen. Für ein Objekt, das möglicherweise aus dem 17. Jahrhundert stammt, sind seine Erhaltung und sein Gesamtzustand besonders ansprechend. Bitte sehen Sie sich alle Fotos, die Bestandteil der Zustandsbeschreibung sind, sorgfältig an.
FORSCHUNGSNOTIZEN
Delft-Keramik, auch bekannt als „Delft Blue“, ist eine Art von zinnverglaster Steingutkeramik, die in den Niederlanden hergestellt wird, wobei sich Delft zu einem der bedeutendsten Produktionszentren Europas entwickelt hat.
Die Entwicklung der niederländischen Delfter Keramik wurde maßgeblich durch die Einführung chinesischen Porzellans durch die Niederländische Ostindien-Kompanie beeinflusst. Die Töpfer aus Delft reagierten auf die enorme Nachfrage nach blau-weißem orientalischem Porzellan, indem sie eigene Interpretationen aus zinnverglaster Keramik schufen.
Im 17. Jahrhundert entwickelte sich die Delfter Keramik zu einer raffinierten dekorativen Kunstform, wobei die Maler immer aufwendigere Kompositionen mit Blumen-, Landschafts- und Chinoiserie-Motiven schufen.
Die markante achteckige Form und die chinesisch inspirierte Verzierung dieser Vase sind besonders charakteristisch für diese Epoche.
Eine ähnliche Delfter Vase wird der Töpferei „'t Fortuyn“ zugeschrieben, die mit dem Delfter Töpfermaler Joris Janszoon Mesch in Verbindung steht, der seine Töpferei im 17. Jahrhundert am Lange-Geer-Kanal gründete. Mesch starb 1674; danach führte seine Witwe die Töpferei weiter und behielt offenbar seine Fabrikmarke bei.
Diese Informationen dienen lediglich zu Vergleichszwecken; die vorliegende Vase wird nicht als bestätigtes Exemplar mit Mesch-Marke angeboten.
Die Kombination aus seiner beachtlichen Größe, der ungewöhnlichen achteckigen Form, dem knopfartigen Hals und der frühen blau-weißen Verzierung macht dieses Stück zu einem besonders interessanten Beispiel für niederländische Delfter Keramik des 17. Jahrhunderts.
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