Es wird angenommen, dass dieses Steinfragment während der Edo-Zeit (1603–1868) in Japan als Teil einer Steinpagode behauen wurde. Der Stein scheint aus Andesit oder einem ähnlichen Vulkangestein zu bestehen, was ihm eine rustikale und zugleich imposante Ausstrahlung verleiht.
Ein Werk wie dieses war nie dazu gedacht, für sich allein zu stehen. Es wird angenommen, dass es ursprünglich Teil eines Hōkyōintō, Tahōtō oder Hōtō war – Gedenkpagoden, die auf dem Gelände buddhistischer Tempel errichtet wurden. Der Hōkyōintō ist ein Pagodenstil aus Stein, der sich ab der Heian-Zeit in ganz Japan verbreitete und traditionell zur Aufbewahrung von Sutren oder Reliquien erbaut wurde, während der Tahōtō und der Hōtō sich durch eine charakteristische Bauweise auszeichnen, bei der ein zylindrischer Körper von einem quadratischen Dach gekrönt wird. Beide Arten bestehen in der Regel aus mehreren übereinander angeordneten Steinabschnitten, und bei diesem Stück handelt es sich vermutlich um ein Fragment des obersten Abschnitts – der Bekrönung ganz oben auf der Pagode.
Japan ist seit jeher anfällig für Erdbeben und Naturkatastrophen, und es ist nicht ungewöhnlich, dass Steinpagoden im Laufe der Jahrhunderte eingestürzt sind, sodass nur noch Fragmente wie dieses bis in die Gegenwart erhalten geblieben sind. Schon anhand dieses kleinen Fragments lässt sich erahnen, dass die Pagode einst von beträchtlicher Größe war.
Die Schnitzerei ist selbst auf diesem kleinen Fragment bemerkenswert gut erhalten. Ganz oben thront der Hōju, eine runde Bekrönung, die in Form eines heiligen Juwels geschnitzt ist, von dem man sagt, dass es jeden Wunsch erfüllt. Darunter befindet sich das Uke-bana, ein Lotusblütenmotiv, das so geschnitzt ist, als würden sich die Blütenblätter gerade erst öffnen. Weiter unten befinden sich zwei ringförmige Bänder, gefolgt von einem quadratischen Sockelabschnitt, der als „Roban“ bezeichnet wird. All dies sind traditionelle dekorative Elemente, die in der Architektur japanischer buddhistischer Pagoden zur Stützung der Hōju-Spitze verwendet werden, und die schlichte, aber sorgfältige Schnitzarbeit spiegelt sowohl das handwerkliche Können des Steinmetzes als auch die Tiefe der religiösen Hingabe zur Zeit ihrer Entstehung wider.
Dieses Stück ist zwar so kompakt, dass man es in einer Hand halten kann, strahlt jedoch eine Präsenz aus, die weit über seine Größe hinausgeht. Schon allein durch das Aufstellen auf einem Ausstellungsständer oder in einem Regal wird es zu einem Blickfang, der den Blick ganz natürlich in den Raum lenkt. Die durch den Lauf der Zeit geprägte, verwitterte Farbgebung und die von Moos überzogene Oberfläche verleihen ihm einen unverwechselbaren Charakter, den nur wirklich gealterter Stein besitzen kann – eine Eigenschaft, die sowohl zu traditionellen japanischen Innenräumen als auch zu modernen, minimalistischen Räumen passt. Als Unikat ist seine Seltenheit Teil seiner anhaltenden Anziehungskraft.
Bitte beachten Sie, dass sich das Objekt aufgrund der Form seines Sockels leicht neigt, wenn es direkt auf eine ebene Fläche gestellt wird; mit einem kleinen Stück Filz, wie auf den Fotos zu sehen, lässt es sich besser waagerecht ausrichten. Außerdem weist das Objekt einige kleinere Absplitterungen auf, für die wir um Ihr Verständnis bitten, da sie für ein Objekt, das viele Jahrhunderte überdauert hat, charakteristisch sind.
Maße: B 11 cm × T 11 cm × H 27,8 cm
Gewicht: 4,9 kg
Artikel Nr.: SC173
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