Dieses außergewöhnliche, einmalige großformatige (23" x 19") Künstlerbuch mit 64 Originalgemälden von Purvis Young fängt die Essenz seiner kraftvollen Vision in einer greifbaren, sammelbaren Form ein - eine seltene Gelegenheit, ein Stück des bleibenden Vermächtnisses dieses legendären Künstlers zu besitzen. Dieses Buch enthält alle seine klassischen Darstellungen von Pferden, Festen, Straßenszenen, Lastwagen usw.
Purvis Young (4. Februar 1943 - 20. April 2010) war ein renommierter amerikanischer Autodidakt bahamaischer Abstammung, der als eine der wichtigsten Persönlichkeiten der Outsider Art und der zeitgenössischen Kunst im weiteren Sinne gefeiert wurde. Geboren in Miamis Stadtteil Liberty City als Sohn bahamaischer Eltern, wuchs Young in einem herausfordernden städtischen Umfeld auf, das seine künstlerische Vision tiefgreifend prägte. Als kleiner Junge führte ihn sein Onkel, ein erfolgreicher Schildermaler aus der Gegend, in das Zeichnen ein und weckte damit sein frühes Interesse, obwohl er sich bald davon entfernte und die Highschool nie abschloss.
In seinen Teenagerjahren hatte Young mit erheblichen Schwierigkeiten zu kämpfen, die zu einer dreijährigen Gefängnisstrafe (1961-1964) im Raiford State Penitentiary in Nordflorida wegen Einbruchs führten. Während dieser Zeit entdeckte er die Kunst wieder und ließ sich von den in der Gefängnisbibliothek verfügbaren Kunstbüchern inspirieren. Er studierte Meister wie Rembrandt, Vincent van Gogh, Paul Gauguin und andere, vertiefte sich in die westliche Kunstgeschichte und verfeinerte seine Fähigkeiten. Diese Zeit markiert einen Wendepunkt: Young beschließt, sein kriminelles Leben hinter sich zu lassen und sich der Kunst zuzuwenden.
Nach seiner Entlassung im Jahr 1964 ließ sich Young in Miamis Stadtteil Overtown nieder, einer einst lebhaften schwarzen Gemeinde, die durch Stadterneuerungsprojekte verwüstet worden war, unter anderem durch den Bau der Interstate 95, die die Bewohner vertrieb und verlassene Gebäude und Verfall hinterließ. Beeinflusst von der Wandmalereibewegung der 1960er Jahre und Werken wie Chicagos Wall of Respect begann Young, Kunst im öffentlichen Raum zu schaffen. In den frühen 1970er Jahren verwandelte er die "Good Bread Alley" - eine verlassene Passage in Overtown - in eine Open-Air-Galerie, indem er Hunderte seiner Gemälde an die Außenwände verlassener Gebäude hängte. Diese Werke, die oft auf gefundene Materialien wie weggeworfenes Holz, Pappe, Masonit, alte Türen und Schrott gemalt wurden, stellten Themen aus seiner Umgebung dar: Armut, Kriminalität, Kampf, Rassenungerechtigkeit, Inhaftierung, Flüchtlinge, Engel, Vorfahren, Pferde (als Symbol für Freiheit) und das alltägliche Leben in der städtischen Unterwelt. Sein lebendiger, ausdrucksstarker Stil ist eine Mischung aus Malerei, Zeichnung und Collage, wobei er häufig Acrylfarben und handelsübliche Farben auf rauen, strukturierten Oberflächen verwendet.
Youngs Kunst diente sowohl als persönlicher Ausdruck als auch als sozialer Kommentar und fungierte als eine Form des Aktivismus gegen Bürokratie, Ungleichheit und die systemischen Probleme, die seine Gemeinde plagten. Er wurde ein produktiver Schöpfer, der im Laufe seiner Karriere Tausende von Werken schuf. Der Durchbruch gelang ihm, als der Sammler Bernard Davis seine Good Bread Alley-Installation entdeckte, mehrere Stücke kaufte und ihm so zu seiner Anerkennung in der Kunstwelt verhalf.
Im Laufe der Jahrzehnte erlangte Youngs Arbeit internationale Anerkennung. Seine Bilder wurden von bedeutenden Institutionen ausgestellt und gesammelt, darunter das Smithsonian American Art Museum, das American Folk Art Museum, die Corcoran Gallery of Art, das High Museum of Art, das National Museum of African American History and Culture, das Philadelphia Museum of Art, das Studio Museum in Harlem und die Rubell Family Collection (die ihre Werke dem Tampa Museum of Art schenkte). Schon zu Lebzeiten erhielt er mit Einzelausstellungen, der Teilnahme an prominenten Ausstellungen und Berichten in Publikationen breite Anerkennung. Sein Einfluss reichte so weit, dass er andere Künstler inspirierte und dazu beitrug, dass Autodidakten und afroamerikanische Künstler in den großen Galerien und Museen sichtbar wurden.
Youngs Vermächtnis wird von der Purvis Young Foundation weitergeführt, einer gemeinnützigen Stiftung, die sich der Bewahrung, Archivierung und Ausstellung seiner Werke widmet und ihren Sitz im historischen Lyric Theater in Overtown hat. Seine Kunst wird nach wie vor für ihre rohe Energie, ihre spirituelle Tiefe und ihre schonungslose Darstellung sozialer Realitäten gefeiert, was ihn zu einem visionären "sozialen Expressionisten" macht, dessen Leben - von der Not und der Inhaftierung bis zum künstlerischen Triumph - Widerstandskraft und kreative Transformation verkörpert.